Marken-Macht Diese zehn Konzerne beherrschen unser Essen

An ihnen kommt man auf dem Weg durch den Supermarkt kaum vorbei: den Lebensmittelkonzernen wie Nestlé, Unilever oder Mondelez. Die Organisation Oxfam zeigt in einer Übersicht, wem welche Marke gehört - als Mittel, um mit Hilfe der Verbraucher Druck auf die Konzerne zu machen.
Verwirrende Vielfalt: Nur zehn Konzerne stehen hinter all diesen Marken

Verwirrende Vielfalt: Nur zehn Konzerne stehen hinter all diesen Marken

Foto: Oxfam International

Hamburg - Auf den ersten Blick ist die Grafik genauso verwirrend wie ein Rundlauf durch den Supermarkt: unzählige Marken mit fantasievollen Namen für Schokoriegel, Frühstücksflocken, Softdrinks, Jogurts oder Tütensuppen. Doch in der Mitte des Bildes führen Pfeile zu nur zehn der größten globalen Lebensmittelkonzerne.

Produkte wie Coca-Cola , Pepsi , Mars oder Kellogg's Cornflakes sind noch recht einfach mit den gleichnamigen Herstellern in Verbindung zu bringen. Dass Weltmarktführer Nestlé  auch Buitoni-Nudeln, Maggi-Würze oder Kitkat-Riegel zu seinem Markenreich zählt, dürfte schon weniger bekannt sein. "Behind the Brands" zeigt, dass Knorr und Langnese zu Unilever  gehören, Milka und Philadelphia zum von Kraft Foods  abgespaltenen Unternehmen Mondelez  (Jacobs-Kaffee inzwischen nur noch zum Teil).

Da die Übersicht international ist, tauchen auch angelsächsische Firmen auf, mit denen deutsche Kunden weniger in Berührung kommen: Associated British Foods (ABF)  (immerhin Ovomaltine und Twinings-Tee, außerdem Eigner der Bekleidungskette Primark) und General Mills (zum Beispiel Häagen-Dazs-Eis).

Erstellt hat die Grafik die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam, die damit Verbraucher mobilisieren will, die Hersteller ihrer Lieblingsprodukte zu besserem Handeln zu bewegen. Auf ihrer Kampagnenseite  listet die Gruppe das Verhalten der Konzerne in sieben Kategorien auf, die mehr oder weniger mit dem Kampf gegen Hunger in der Welt zusammenhängen. Laut Oxfam gehe Kellogg's besonders rücksichtslos mit Bauern und Arbeitern um, ABF schere sich nicht um die Wasserversorgung und Danone  lasse den Zulieferern freie Hand beim Landraub für den Anbau ihrer Zutaten.

Grünes Licht gibt es nur für Nestlé in Bezug auf das Klima und Unilever hinsichtlich des Umgangs mit Bauern. Oxfam hat das Ranking jedoch bereits viermal innerhalb eines Jahres aktualisiert und dabei beachtliche Fortschritte gemessen - was als Ausweis des Erfolgs der eigenen Kampagne gezählt wird. Zum Beispiel haben Coca-Cola und Pepsi ein Bekenntnis abgegeben, null Toleranz gegenüber Landraub zu zeigen. Selbst für Branchenführer Nestlé bleibe aber noch viel zu tun.

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