Donnerstag, 5. Dezember 2019

Immobilienfirma kündigt Aktienrückkauf an Deutsche Wohnen profitiert von steigenden Mieten - noch

Deutsche-Wohnen-Zentrale in Berlin
Paul Zinken / DPA
Deutsche-Wohnen-Zentrale in Berlin

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen verdient trotz der Debatte um mehr Schutz für Mieter noch immer gut an seinen Wohnungen. Die Mieteinnahmen wachsen weiter. In den ersten neun Monaten stieg der operative Gewinn (FFO1) im Jahresvergleich um 12,8 Prozent auf 416,3 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für das laufende Jahr peilt der Konkurrent von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien weiter einen operativen Gewinn von 535 Millionen Euro an.

Am Aktienmarkt kamen die Quartalsbilanz und der bereits am Dienstagabend angekündigte Aktienrückkauf gut an. Die Aktie legte im frühen Handel um mehr als 2 Prozent zu. Allerdings hat das Papier seit der Ankündigung eines Mietendeckels in Berlin kräftig Federn lassen müssen und notiert etwa 25 Prozent unter seinem Ende März erreichten Jahreshoch von 44,83 Euro.

Die Vertragsmieten stiegen in den ersten drei Quartalen auf vergleichbarer Basis um 6,4 Prozent auf 622,5 Millionen Euro. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter stieg von 6,55 auf 6,82 Euro. Nach kräftigen Mietsteigerungen über Jahre hinweg spüren Immobilienkonzerne besonders in Berlin starken Gegenwind. Der Berliner Senat will die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen, die vor dem Jahr 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre einfrieren. Demnach sollen maximal 9,80 Euro Kaltmiete je Quadratmeter erlaubt sein. Auch Rückzahlungen bei überhöhten Mieten wären dabei möglich.

Die Deutsche Wohnen hält das geplante Gesetz zum Mietendeckel für verfassungswidrig. Dabei bezieht sich das Unternehmen auf Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages sowie des Berliner Abgeordnetenhauses. Die sich daraus ergebende Rechtsunsicherheit werde die Deutsche Wohnen bei der Gestaltung der Mietverträge berücksichtigen, hieß es weiter. Das Unternehmen werde geplante, aber noch nicht bei Mietern angekündigte Sanierungsmaßnahmen sowie Neubauinvestitionen in Berlin in Höhe von knapp einer Milliarde Euro auf den Prüfstand stellen.

Unter dem Strich blieben bei dem Konzern in den ersten neun Monaten 634,7 Millionen Euro als Gewinn hängen, gut 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Dazu trug bei, dass das Unternehmen den Wert von Wohnungen geringer einschätzt als vor einem Jahr. Die Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 167.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten, einen Großteil davon in Berlin. Zum Portfolio gehören auch Pflegeheime.

Bereits am Dienstagabend hatte die Deutsche Wohnen angekündigt, bis zu 25 Millionen eigene Aktien oder rund 7 Prozent des Gesamtkapital zu erwerben. Dafür will das Unternehmen ohne Nebenkosten maximal 750 Millionen Euro in die Hand nehmen. Dieses Geld kommt den Aktionären zu Gute, weil durch die geringere Zahl umlaufender Aktien ihr Anteil am Unternehmen steigt.

ak/dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung