Montag, 1. Juni 2020

Vonovia sieht vor allem Politik als Hindernis Vonovia einer Übernahme von Deutsche Wohnen grundsätzlich nicht abgeneigt

Deutsche Wohnen: Vonovia prüft derzeit offenbar im Hintergrund die Möglichkeit einer Übernahme
Paul Zinken / DPA
Deutsche Wohnen: Vonovia prüft derzeit offenbar im Hintergrund die Möglichkeit einer Übernahme

Der Wohnimmobilienkonzern Vonovia hat sich zu Spekulationen über eine mögliche Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen sehr zurückhaltend gezeigt. Zwar seien Akquisitionen Strategiebestandteil, "eine derartige Transaktion in Berlin wäre aber überhaupt nur realistisch, wenn fundamentale Fragen geklärt wären und sie von einem entsprechenden Willen der Berliner Politik getragen würde", hieß es in der Stellungnahme. Doch dort habe derzeit die Bewältigung der Corona-Krise Vorrang. Das gelte auch für Vonovia.

Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Aktien von Deutsche Wohnen am Donnerstag vorbörslich knapp 5 Prozent über dem Schlusskurs vom Mittwoch, während die von Vonovia nur etwas zulegten.

Mit der Mitteilung reagierte Vonovia auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg vom späten Mittwochabend. Darin hieß es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass Vonovia zusammen mit Beratern die Durchführbarkeit eines Kaufs der Deutsche Wohnen prüfe, nachdem der erste Übernahmeversuch vor vier Jahren gescheitert war. Ein möglicher erneuter Anlauf würde dem zufolge aber eben erst nach dem Abflauen der Corona-Pandemie erfolgen.

Und: Vonovia werde einen Kauf nur mit der Zustimmung des Managements von Deutsche Wohnen und der Berliner Stadtregierung starten, berichtete Bloomberg weiter. Der Kurs von Deutsche Wohnen war daraufhin im außerbörslichen Handel nach oben geschnellt.

Der Berliner Wohnungsmarkt steht aktuell vor allem wegen des Mietendeckels im Fokus. Damit werden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt, die vor 2014 gebaut wurden, in den kommenden fünf Jahren eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Dies trifft besonders Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen und Ado Properties, die Immobilien überwiegend in Berlin besitzen.

rei/dpa/Reuters

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