Samstag, 18. Januar 2020

T-Mobile US erhöht nach Zahlen die Prognose John Legere füllt Telekom wieder die Kassen

Garant für steigende Gewinne und Umsätze: John Legere, Chef der Telekom-Tochter T-Mobile US, liefert wie erwartet und hat die Prognosen für die wichtigste Sparte der Deutschen Telekom erneut erhöht

Die Telekom-Tochter T-Mobile US schraubt ihre Prognosen dank des starken Kundenzustroms weiter hoch. Vor der geplanten Fusion mit dem Rivalen Sprint kletterte die Zahl der Vertragskunden unter eigenen Marken im dritten Quartal um 1,1 Millionen, wie das Unternehmen am Montag in Bellevue (US-Bundesstaat Washington) nach Börsenschluss mitteilte.

Nun peilt T-Mobile-Chef John Legere in diesem Jahr 4,1 bis 4,3 Millionen neue Kunden an, zuvor standen bis zu 4 Millionen im Plan. T-Mobile startet gewöhnlich mit einem vorsichtigen Ausblick ins Jahr, um diesen dann Schritt für Schritt anzuheben. Innerhalb des ehemaligen deutschen Staatskonzerns dürfte die ohnehin dominante US-Tochter damit noch dominanter werden und den Kulturkampf weiter anfeuern.

Der Umsatz wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal lediglich um 2 Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar (10 Milliarden Euro) und fiel damit niedriger als aus als von Experten geschätzt. Das lag aber daran, dass T-Mobile weniger Endgeräte wie etwa Smartphones und Tablets verkaufte. An diesen verdient ein Mobilfunknetzbetreiber als Zwischenhändler ohnehin eher geringe Margen, beim Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen wuchs T-Mobile dagegen um 6 Prozent.

Umsatz wächst, Gewinn über Erwartungen, Prognose angehoben

Auch beim operativen Gewinn schlug T-Mobile die Erwartungen von Analysten leicht. Bereinigt um Sondereffekte sowie vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente das Unternehmen mit 3,4 Milliarden Dollar rund 5 Prozent mehr.

Auch hier wird der Mobilfunker im Gesamtjahr nun etwas optimistischer, insgesamt sollen es 13,1 bis 13,3 Milliarden Dollar werden. Bisher lag das untere Ende der Spanne bei 12,9 Milliarden. Die Bonner Konzernmutter folgt der US-Tochter, die mittlerweile für die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen die weitaus größte Sparte bei Umsatz und operativem Gewinn ist, oft mit eigenen Prognoseerhöhungen. Allerdings sind die Rechnungslegungssysteme unterschiedlich, weshalb die Umrechnung nicht eins zu eins ist.


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Unter dem Strich stieg der Nettogewinn im dritten Quartal um 9 Prozent auf 870 Millionen Dollar. Die Aktie war nachbörslich nur kurz bewegt, zuletzt lag sie 0,3 Prozent im Minus.

Derzeit arbeitet T-Mobile weiter an der milliardenschweren Übernahme des Rivalen Sprint Börsen-Chart zeigen. Damit will T-Mobile-Chef Legere zu den beiden Mobilfunk-Platzhirschen Verizon Börsen-Chart zeigen und AT&T aufschließen. Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums hatte den beiden Partnern eine Fusion unter Auflagen bereits erlaubt, auch die Telekom-Aufsicht FCC hat dem Vorhaben mittlerweile zugestimmt.

Fusion mit Sprint: T-Mobile offen für Vergleich mit Klägern

Im Weg stehen nun noch einige US-Bundesstaaten, die gegen den Zusammenschluss klagen, weil sie Nachteile für Verbraucher und Arbeitnehmer befürchten. Legere zeigte sich am Montag in einer Diskussion mit Analysten erneut offen für einen Vergleich mit den Klägern, wollte aber auch ein Gerichtsverfahren nicht ausschließen. Man arbeite mit Sprint weiter daran, den Abschluss des Deals "früh im Jahr 2020" hinzubekommen, sagte Legere. Nach früheren Angaben von Telekom-Chef Tim Höttges ist der erste Termin vor Gericht in dem Rechtsstreit am 9. Dezember angesetzt.

T-Mobile US verspricht milliardenschwere Investitionen in das Mobilfunknetz, falls das Fusionsvorhaben durchgeht. Beim neuen Datenfunk 5G will Legere T-Mobile zu einem führenden Anbieter in den USA machen. Derzeit baut das Unternehmen insbesondere sein Netz im niedrigen Frequenzspektrum aus, das vergleichsweise hohe Reichweiten bietet. Das soll unter anderem auch eine Grundlage für ein landesweites 5G-Netz sein.

rei/dpa

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