Generalstaatsanwältin hat wohl Bedenken Stolpert T-Mobile bei Sprint-Übernahme über neue Hürde?

Die dominante Position von T-Mobile und Sprint bei Prepaid-Kunden in den USA könnte für die angestrebte Übernahme eine weitere Hürde werden, berichtet das "Wall Street Journal". Analysten taxieren die Chance für die Freigabe des Deals mittlerweile unter 50 Prozent.
Noch längst nicht am Ziel: Die Mobilefunker T-Mobile und Sprint in den USA

Noch längst nicht am Ziel: Die Mobilefunker T-Mobile und Sprint in den USA

Foto: REUTERS

Die Deutsche Telekom könnte einem Bericht zufolge bei der ohnehin bereits kritisch von Aufsehern beäugten Fusion des US-Mobilfunkgeschäfts mit Sprint auf eine weitere Hürde stoßen. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Barbara Underwood prüfe die Folgen der geplanten Übernahme von Sprint durch die Telekom-Tochter T-Mobile US für den Markt mit sogenannten Prepaid-Verträgen, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Underwoods Behörde habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Anbieter von jenen Prepaid-Angeboten kontaktiert, bei denen keine festen monatlichen Zahlungen anfallen, sondern im Voraus bezahlt wird. Dabei sei es vor allem um die Fragen der Preisfestsetzung und der Kundenstruktur gegangen. In die Untersuchung seien auch Generalstaatsanwaltschaften von zahlreichen weiteren Bundesstaaten eingebunden. Sprecher von Sprint und T-Mobile wollten die Informationen laut Zeitung nicht kommentieren.

Dominante Position bei Prepaid-Kunden

T-Mobile US und Sprint verfügen laut einer Erhebung des auf den US-Mobilfunkmarkt spezialisierten Analysehauses Wave7 mit rund 30 Millionen Prepaid-Kunden über eine dominierende Position in diesem Segment, wie es in dem Bericht weiter hieß.

In den Unterlagen zu der Ende April angekündigten Milliarden-Transaktion gaben sich Sprint und T-Mobile zu möglichen Zugeständnissen in diesem Bereich wortkarg. Einige Analysten hatten zuletzt spekuliert, dass die beiden Konzerne womöglich einige oder alle Prepaid-Geschäfte verkaufen müssten, um vom US-Justizministerium, der für den Markt zuständigen Aufsicht FCC und anderen Behörden die Freigabe für die Transaktion zu bekommen.

Analysten: Chance der Übernahme bei weniger als 50 Prozent

Diese ist nach Einschätzung von Experten sehr fraglich - viele Analysten sehen die Wahrscheinlichkeit bei weniger als 50 Prozent. Viel hängt davon ab, wie die Behörden bei der Beurteilung die Grenzen des betrachteten Marktes ziehen. In den USA sind der Markt für Telekom-, Mobilfunk- und Internetangebote sowie der Mediensektor derzeit massiv in Bewegung, so dass die Abgrenzung oft schwer fällt. So hatte erst vor kurzem ein Gericht die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Mobilfunkkonzern AT&T genehmigt. US-Präsident Donald Trump wollte dies verhindern.


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Das Urteil könnte nach Einschätzung von Beobachtern Signalwirkung für andere Fusionsvorhaben im Medien- und Kommunikationssektor wie das von T-Mobile US und Sprint haben.

rei/reuters
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