Mittwoch, 1. April 2020

Anteil für Telekom wächst, Softbank steht für Risiken gerade Telekom holt für Sprint-Deal bessere Konditionen heraus

Sprint hat seit Beginn der Übernahmeverhandlungen schwächeres Geschäft verzeichnet. Ein veränderter Vertrag trägt dem jetzt Rechnung.
Dado Ruvic / REUTERS
Sprint hat seit Beginn der Übernahmeverhandlungen schwächeres Geschäft verzeichnet. Ein veränderter Vertrag trägt dem jetzt Rechnung.

Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint haben die Vereinbarung für ihren geplanten Zusammenschluss geändert. Nach der Milliardenfusion, die bis 1. April abgeschlossen sein soll, wird die Deutsche Telekom als Obergesellschaft von T-Mobile US rund 43 Prozent an der "neuen T-Mobile US" halten, ein Prozent mehr als ursprünglich geplant.

T-Mobile-Chef John Legere hatte bereits angekündigt, dass die Fusionsbedingungen nachverhandelt werden könnten. In den fast zwei Jahren seit der ursprünglichen Vereinbarung tat sich Sprint sehr schwer und büßte stark an Börsenwert ein. Den Deal komplett neu aufzuschnüren wäre jedoch aufwendig und langwierig gewesen, da die Aktionäre dann erneut hätten abstimmen müssen.

Stattdessen begnügte sich die Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen letztlich mit einem etwas höheren Anteil. Dafür wird der japanische Sprint-Mehrheitseigner Softbank nun nur noch 24 statt 27 Prozent erhalten, während 33 Prozent an freie Aktionäre gehen, teilten die Telekom und Sprint in der Nacht zum Freitag mit.

Mit einer besonderen Vereinbarung sollen offenbar Geschäftsrisiken bei Sprint in der Vereinbarung berücksichtigt werden: Softbank gibt seine Sprint-Aktien zu einem günstigeren Umtauschverhältnis ab als andere Aktionäre - und erklärt sich gleichzeitig bereit, 48,8 Millionen erhaltene Aktien der Fusionsgesellschaft bei Abschluss der Transaktion an die neue T-Mobile abzugeben. Zurückerhalten werde Softbank die Aktien nur beim Erreichen bestimmter Kursziele.

"Außerdem hat Softbank zugestimmt, die neue T-Mobile US für bestimmte Geschäftsrisiken der Sprint, die nach der Unterzeichnung identifiziert wurden, zu entschädigen", teilte die Telekom mit. Details dazu wurden nicht mitgeteilt.


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Insidern zufolge ging Softbank auf die Änderungen im Fusionsvertrag ein, um weitere Verzögerungen bei der Transaktion zu vermeiden. So hätte etwa eine Änderung des Umtauschverhältnisses für alle Aktionäre womöglich die Einberufung einer Hauptversammlung erfordert.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein US-Bundesrichter eine Wettbewerbsbeschwerde mehrerer US-Bundesstaaten gegen die Fusion abgewiesen und damit das letzte große Hindernis für die Firmenehe aus dem Weg geräumt. Telekom-Chef Tim Höttges hatte den Börsenwert der neuen Gesellschaft auf rund 120 Milliarden Dollar veranschlagt. Damit wäre sie deutlich kleiner als die beiden USA-Marktführer: AT&T wird mit 274 Milliarden Dollar bewertet, Verizon mit 242 Milliarden Dollar.

rei/dpa/Reuters

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