Zukauf GTS Telekom investiert halbe Milliarde in Osteuropa

Die Deutsche Telekom baut ihr Osteuropageschäft aus und kauft GTS für rund eine halbe Milliarde Euro. Mit dem polnischen Telefonie- und Internetanbieter will die Telekom vor allem mehr Geschäftskunden erreichen.
Telekom: Durch GTS erhofft sich der Konzern Zugriff auf rund 38.000 Geschäfts- und Regierungskunden

Telekom: Durch GTS erhofft sich der Konzern Zugriff auf rund 38.000 Geschäfts- und Regierungskunden

Foto: Oliver Berg/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Die Deutsche Telekom nimmt für den Ausbau ihres Osteuropageschäfts mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Hand. Für die Warschauer Telekomfirma GTS Central Europe, die schnelle Internet-Anschlüsse anbietet und Rechenzentren betreibt, legt der Bonner Konzern 546 Millionen Euro auf den Tisch.

Der Zukauf passt in die Strategie der Telekom, in Osteuropa neben dem Mobilfunk auch das Festnetzgeschäft und die Position mit Geschäftskunden auszubauen. In Polen ist die Telekom bereits mit dem drittgrößten Mobilfunkanbieter des Landes, T-Mobile Polska, aktiv.

An der Börse lag die Aktie der Telekom  mit mehr als 1,7 Prozent im Minus. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte die Titel zuvor zum Verkauf empfohlen.

"Unsere Position bei Geschäftskunden zu stärken, ist ein Schwerpunkt unserer Strategie", erklärte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges. Von der zusätzlichen Festnetz-Infrastruktur sollen vor allem die Landesgesellschaften in Polen und Tschechien profitieren.

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GTS besitzt und betreibt Netzinfrastruktur und Rechenzentren unter anderem in Tschechien, Ungarn, Polen und Rumänien. Die Gruppe setzte im vergangenen Jahr 347 Millionen Euro um und erzielte einen operativen Gewinn (Ebitda) von 87 Millionen Euro. Die Zahlen sind um den Beitrag des slowakischen GTS-Geschäfts bereinigt, das die Telekom nicht übernimmt. GTS bedient nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 38.000 Geschäfts- und Regierungskunden.

Noch im Oktober stand die Transaktion Branchenkreisen zufolge auf der Kippe. Damals war die Telekom-Offerte den Informationen zufolge als zu niedrig bewertet worden. Verkäufer von GTS ist ein Konsortium internationaler Private-Equity-Firmen, darunter Columbia Capital, HarbourVest Partners, Innova Capital und M/C Partners. Die Credit Suisse beriet die Telekom bei der Übernahme von GTS. Die Kartellbehörden müssen noch grünes Licht für den Zukauf geben.

ts/rtr
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