Freitag, 15. November 2019

Boom im Paketgeschäft Onlinehandel beflügelt Deutsche Post

Zustellzentrum der Deutsche Post in Dresden: Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 13,6 Prozent auf zwei Milliarden Euro zu

Der boomende Onlinehandel und die rege Nachfrage nach Expresssendungen geben der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen Schwung: Der Bonner Konzern verbuchte im zweiten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Das einstige Sorgenkind des Konzerns, die Frachtsparte, konnte bei steigenden Umsätzen den Sinkflug bei den Erträgen stoppen und den operativen Ertrag stabilisieren.

"Unser Unternehmen wächst in allen Bereichen und steigert seinen Gewinn kontinuierlich", bilanzierte Konzernchef Frank Appel. Anleger goutierten die guten Zahlen des Konzerns, die Aktie stieg um 0,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 34,40 Euro.

Der Umsatz kletterten um rund 4 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro, der operative Gewinn (Ebit) um knapp 12 Prozent auf 841 Millionen Euro, wie die Post am Dienstag mitteilte. Beim operativen Gewinn steuert die Post damit auf Rekordkurs.

Unter dem Strich kletterte der Konzerngewinn um 11 Prozent auf 602 Millionen Euro. Die Post lag damit beim Gewinn leicht über den Erwartungen des Marktes. Während sich Analysten beim Umsatz mehr ausgerechnet hatten, übertraf die Post mit ihren Gewinnzahlen die Erwartungen der Experten.

Seine Jahresprognose bekräftigte der Konzern: 2017 soll der operative Gewinn von 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf rund 3,75 Milliarden Euro steigen. Bis 2020 soll der operative Ertrag im Mittel jährlich um durchschnittlich mehr als 8 Prozent zulegen.

Paketgeschäft und Expressgeschäft legen zu, Frachtsparte stagniert

Der Post spielt weiter der ungebrochene Boom im Onlinehandel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internethändlern von Amazon Börsen-Chart zeigen bis Zalando Börsen-Chart zeigen, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Für Amazon stellt der Konzern jetzt auch in mehreren Ballungsräumen frische Lebensmittel zu. Der Umsatz legte im Paketgeschäft um 13,6 Prozent auf zwei Milliarden Euro zu. Auch der US-Paketriese UPS Börsen-Chart zeigen hatte dank des boomenden Onlinehandels im zweiten Quartal deutliche Zuwächse verbucht.

Bei der Post läuft aber nicht nur das Paketgeschäft rund. Einen zweistelligen Gewinnzuwachs konnten die Bonner im Expressgeschäft verbuchen, das Ebit legte hier um 12,2 Prozent auf 469 Millionen Euro zu. Die Sparte habe zudem eine operative Marge auf dem Rekordniveau von 12,5 Prozent ausgewiesen.

In der Frachtsparte stagnierte der operative Gewinn bei 67 (69) Millionen Euro. Die Sparte hatte den Bonnern über Jahre Probleme bereitet, eine Umstellung der Datenverarbeitung war fehlgeschlagen. Diese Probleme hat der Bereich verdaut, nun muss er sich - ebenso wie Wettbewerber - mit wieder steigenden Frachtraten auseinandersetzen.

"Der Frachtmarkt wächst weiter sehr dynamisch", sagte Finanzchefin Melanie Kreis. Noch schlage dies nicht auf die Gewinne durch, denn gestiegene Frachtraten konnten nicht an die Kunden weitergereicht werden. Sie sei aber optimistisch, dass sich dies im zweiten Halbjahr ändern werde.

mg/rtr

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