Freitag, 6. Dezember 2019

Post hebt Ausblick an - Aktie steigt Höheres Porto macht Post-Chef und Aktionären Mut

Deutsche-Post-Chef Appel: "Wir sind zuversichtlich"
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Deutsche-Post-Chef Appel: "Wir sind zuversichtlich"

Die Deutsche Post setzt auf Rückenwind durch die Porto-Erhöhung in Deutschland und hat deshalb trotz der Unsicherheiten durch internationale Handelskonflikte ihre Jahresprognose leicht aufpoliert. Der boomende Paketmarkt und ein florierendes Geschäft mit Express-Sendungen hatten dem Bonner Konzern im zweiten Quartal Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn beschert.

"Es war insgesamt ein gutes Quartal", bilanzierte Finanzchefin Melanie Kreis am Dienstag. Die Post steigerte von April bis Juni den Umsatz um drei Prozent auf 15,5 Milliarden Euro, der operative Ertrag (Ebit) kletterte um 2,9 Prozent auf 769 Millionen Euro. Der Konzerngewinn ging wegen höherer Steuerbelastung allerdings um rund 11 Prozent zurück und lag bei 458 Millionen Euro.

Der Konzern erwartet nun leicht bessere Geschäfte mit Briefen und Paketen in Deutschland und will 2019 den operativen Gewinn auf vier bis 4,3 (zuvor: 3,9 bis 4,3) Milliarden Euro steigern. "Wir sind - trotz des herausfordernden weltwirtschaftlichen Umfelds - zuversichtlich für die weitere Entwicklung und haben das untere Ende unserer Jahresprognose angehoben", erklärte Post-Chef Frank Appel.

Helfen dürfte der Post dabei im zweiten Halbjahr auch die Erhöhung des Briefportos in Deutschland. Das Massenprodukt Standardbrief etwa kostet seit dem 1. Juli 80 Cent nach zuvor 70 Cent. Aber auch bei Paketen hat die Post an der Preisschraube gedreht. Zudem setzen die Bonner auf ein starkes Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal, sagte Kreis. Im Jahr 2020 will die Post einen großen Schritt nach vorn machen: Der operative Ertrag soll dann auf mehr als fünf Milliarden Euro klettern.

Aktie legt zu

An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Die Post-Aktie Börsen-Chart zeigen legte um rund 4 Prozent auf 29,11 Euro an und war damit der Favorit im sich wieder erholenden Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen. Die Zahlen für das zweite Quartal seien ordentlich ausgefallen, sagte Christian Obst von der Baader Bank. Der operative Gewinn (Ebit) habe die Erwartungen übertroffen. Das Unternehmen profitiere weiterhin von dem anhaltenden Boom beim Internethandel. Auch Daniel Roeska von Bernstein äußerte sich erfreut. In einem schwierigen Markt habe sich die Post erstaunlich gut geschlagen. Die erhöhte Prognose führte er auf die angehobenen Gebühren zurück.

Sorgenfalten auf die Stirn des Managements treibt indes der Handelskonflikt zwischen China und den USA. Konzerne wie die Post, UPS Börsen-Chart zeigen oder FedEx Börsen-Chart zeigen transportieren mit ihren weltumspannenden Logistiknetzwerken Güter über den Globus. "Angesichts der Handelskonflikte und damit verbundenen Unsicherheiten kommt die nachlassende Dynamik im Welthandel nicht völlig überraschend", sagte Kreis. Die Post sei gegen einen Abschwung nicht immun, doch mache ihr breites Portfolio sie robuster. In der Lagerlogistik verfüge der Konzern etwa über sehr langfristige Verträge, betonte Kreis.

Der Post-Konkurrent FedEx hatte erklärt, der Handelskonflikt belaste seinen Ausblick für 2020. Der Logistikkonzern gilt wie sein heimischer Rivale UPS auch als Barometer der US-Wirtschaft, da es Waren aus den verschiedensten Branchen befördert. Das chinesische Unternehmen Huawei, das in der Kritik der US-Regierung steht, hatte FedEx zudem vorgeworfen, Sendungen zurückgehalten zu haben. "Wir haben ein sehr starkes Geschäft in China", sagte Kreis.

mg/rtr, dpa-afx

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