Preiserhöhung Deutsche Post erhöht Briefporto auf 62 Cent

Die Deutsche Post erhöht erneut das Porto für Briefe: Ab 2015 kostet ein Standardbrief 62 Cent Porto. Das ehemalige Staatsunternehmen verweist auf gestiegene Personalkosten. Der Gewinn könnte um rund 50 Millionen Euro steigen - falls die Bundesnetzagentur das Vorhaben nicht noch stoppt.
Deutsche Post: Nicht nur für den Standardbrief, auch bei der Tochter DHL steigen die Preise

Deutsche Post: Nicht nur für den Standardbrief, auch bei der Tochter DHL steigen die Preise

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Bonn - Die Deutsche Post will die Verbraucher auch im kommenden Jahr stärker zur Kasse bitten. Insgesamt sollen die Preise für das Briefporto im Durchschnitt um 1,1 Prozent zulegen. Der Bonner Konzern will dazu das Porto für sein Massenprodukt Standardbrief von derzeit 60 Cent zum 1. Januar 2015 auf 62 Cent erhöhen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Verschicken die Verbraucher Standardbriefe ins Ausland, sollen sie vom Jahreswechsel an 80 Cent zahlen - fünf Cent mehr als bislang. Senden die Post-Kunden Postkarten in andere Länder, müssen sie ebenfalls mehr zahlen.

Billiger soll dagegen der weniger genutzte Kompaktbrief bis 50 Gramm werden - der Preis soll zum Jahreswechsel um fünf Cent auf 85 Cent sinken.

Bereits 2013 hatte der Konzern die Briefpreise angehoben. Die Deutsche Post  ist in Deutschland der einzige Anbieter, der bundesweit Briefe an die Verbraucher ausliefert - von den Halligen bis in die Alpen. Deshalb muss sich der Ex-Monopolist den Aufschlag wegen seiner Marktmacht aber noch von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen, die dafür nun zwei Wochen Zeit hat.

Preiserhöhungen auch bei DHL

Für Express-Sendungen hatte die Post-Tochter DHL bereits Preiserhöhungen angekündigt.

Als Grund für den Anstieg führte die Post unter anderem gestiegene Personalkosten an. Die Post kämpft seit Jahren im Briefgeschäft nicht nur mit Wettbewerbern, sondern auch mit der wachsenden Konkurrenz durch die E-Mail - die Sendungsmengen beim klassischen Brief sinken.

Analysten rechnen mit 50 Millionen Euro mehr Gewinn

Doch das Internet ist für den Konzern auch ein Segen: Immer mehr Verbraucher bestellen Güter bei Online-Händlern, die Post liefert die Pakete dann an die Kunden aus. Dies treibt den Umsatz der Sparte.

Die Portoerhöhung könnte zudem die Gewinne treiben - Analysten der DZ Bank hatten etwa in der Vergangenheit vorgerechnet, dass eine Preiserhöhung beim Standardbrief um zwei Cent den Gewinn um rund 50 Millionen Euro erhöhen könnte. Doch könnten auch die Kosten in Deutschland für die Post steigen: Denn 2015 stehen neue Tarifverhandlungen an.

dpa/reuters