Freitag, 19. Juli 2019

GLS, Hermes, DPD und DHL haben ein Problem Mindestens 100.000 Paketzusteller gesucht

Nicht nur zu Weihnachten ein Problem: Logistik-Unternehmen wie GLS, DPD, Hermes und DHL fehlt es an Paketboten und Mitarbeitern im Depot

Mindestens 2,52 Milliarden Pakete liefern Zusteller jährlich in Deutschland aus. DHL, GLS, Hermes und DPD suchen händeringend neue Arbeitskräfte. Der Bedarf wird noch wachsen: Die Paket-, Express- und Kurier-Branche braucht bis 2025 mindestens 100.000 zusätzliche Zusteller. Dabei könnten die Unternehmen ihr Problem schnell lösen, sind Gewerkschafter überzeugt.

Deutschlands Paketbranche sucht händeringend nach Mitarbeitern. Wegen des demografischen Wandels und der geringen Arbeitslosenquote werde es für die Firmen immer schwieriger, den steigenden Bedarf an geeigneten Zustellern zu decken, teilt der Bundesverband Paket & Expresslogistik auf Anfrage mit. Der Verband vertritt Firmen wie GLS, Hermes und DPD. Vom Marktführer und Ex-Staatsmonopolisten, der Deutschen Post DHL, heißt es, vor allem in einigen Ballungsräumen sei es "eine Herausforderung, den Bedarf an gutem Personal zu decken".

Die Paketbranche, zu der auch Kuriere und Expressdienst-Beschäftigte zählen, wächst seit Jahren dank des boomenden Online-Handels und der guten Wirtschaftslage. Sie hatte 2016 laut dem Verband hierzulande 219.000 Beschäftigte, 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit der Zahl sind nicht nur Zusteller gemeint, sondern zum Beispiel auch Beschäftigte in Depots.

"Arbeitsbelastung ist hoch, die Bezahlung häufig zu niedrig"

Aus Gewerkschaftssicht sind die Probleme zum Teil hausgemacht. "Die Arbeitsbelastung ist hoch und die Bezahlung häufig zu niedrig - da ist es kein Wunder, dass Bewerber nicht Schlange stehen", sagt Verdi-Expertin Sigrun Rauch. Sie moniert, dass GLS, DPD und Hermes auf Subunternehmer setzen - die Zusteller sind in deren Auftrag unterwegs, aber bei anderen Firmen angestellt.

Ein Großteil dieser Subunternehmer ist nach Darstellung von Verdi nicht tarifgebunden - häufig werde Mindestlohn bezahlt. Das müsse sich ändern, so Rauch. Stiege die Tarifbindung, nähme das Interesse von Arbeitnehmern an Jobs in der Branche zu, ist sie sich sicher.

Zusteller, die für GLS, DPD und Hermes unterwegs sind, bekommen mancherorts nur Mindestlohn, in Ballungsräumen etwas mehr.

Die Verwaltungs- und Depot-Mitarbeiter von DPD und Hermes sind hingegen tarifgebunden, die von GLS nicht. Laut Verdi bekommt ein Beschäftigter, der nach Logistik-Tarifvertrag bezahlt wird und mit dem Job anfängt, in NRW 13,38 Euro pro Stunde und in Berlin 12,58 Euro. Am besten sieht es in Baden-Württemberg aus, wo 18,94 Euro pro Stunde gezahlt werden.

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