Dienstag, 23. Juli 2019

1,5 Milliarden Euro in der Übernahmekasse Deutsche Börse auf Einkaufstour

Börsenchef Theodor Weimer (Archivaufnahme)

Die Deutsche Börse nimmt nach einem erst Anfang der Woche angekündigten Zukauf im Indexsegment weitere Übernahmen ins Visier. Dabei soll erneut das Devisengeschäft gestärkt werden. Der Börsenbetreiber bestätigte am Donnerstag konkrete Gespräche mit dem Finanzdatenanbieter Refinitiv über den möglichen Kauf einzelner Geschäftsbereiche im Devisenhandel. "Die Verhandlungen und Prüfungen einer potentiellen Transaktion dauern an", hieß es in einer Mitteilung in Reaktion auf einen Bericht von Reuters.

Die Nachrichtenagentur hatte zuvor berichtet, der Dax-Konzern stehe kurz vor dem Kauf der Refinitiv-Devisenhandelsplattform FXall für 3,5 Milliarden Dollar. Diese Details dementierten die Frankfurter allerdings: "Der in den Marktgerüchten genannte Kaufpreis von 3,5 Milliarden US-Dollar (3,1 Mrd Euro) sowie die unmittelbar bevorstehende Unterzeichnung verbindlicher Verträge entbehren jeder Grundlage."

Finanzinvestor stellt Mittel für Transaktion

Über die Transaktion wird bereits seit einiger Zeit spekuliert, da Refinitiv den Erlös aus einem Verkauf gut für den Abbau von Schulden gebrauchen könnte. Das Unternehmen ist 2018 aus dem Finanz- und Risikogeschäft von Thomson Reuters hervorgegangen, nachdem es an den Finanzinvestor Blackstone verkauft worden war. Der kanadische Konzern Thomson Reuters, zu dem auch die Nachrichtenagentur Reuters gehört, hält noch 45 Prozent an Refinitiv. Die Deutsche Börse hatte ihr Interesse an dem Bereich erst vor kurzem bestätigt.

Am Dienstagabend hatte die Deutsche Börse angekündigt, das Index-Geschäft mit der Übernahme des Anbieters Axioma stärken zu wollen. Dafür hatte sich das Unternehmen den Finanzinvestor General Atlantic ins Boot geholt. So muss die Deutsche Börse für diese Transaktion keine eigenen Mittel aufwenden.

Damit liegt die Summe, die der Konzern für Übernahmen in der Kasse hat, weiter bei rund 1,5 Milliarden Euro. Aber auch eine Kapitalerhöhung hält der Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer durchaus für möglich, wie er bereits im Februar gesagt hatte, da Investoren das Thema Zukäufe unterstützten.

luk / dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung