Deutsche Börse steigert Gewinn Turbulenzen beflügeln Geschäft -Börse erhöht Dividende

Hin und Her macht Taschen leer - häufiges Umschichten im Depot macht Anleger arm, aber den Börsenplatzbetreiber reich. Diese Einsicht bestätigt die Deutsche Börse, die von der hohen Nervosität am Aktienmarkt profitiert und die Dividende erhöht.
Von mm-newsdesk
Nervosität ist gut - zumindest für die Deutsche Börse

Nervosität ist gut - zumindest für die Deutsche Börse

Foto: DPA

"Wenn Du an Market Timing glaubst und häufig kaufst und wieder verkaufst, dann möchte ich Dein Broker sein, aber nicht dein Partner", lautet eines der Bonmots von Warren Buffett. Die jüngsten Zahlen der Deutschen Börse bestätigen diesen Trend: Stärkere Schwankungen sorgen für höhere Nervosität an den Finanzmärkten, die wiederum zu höherer Aktivität und höheren Gewinnen für den Marktbetreiber führen.

Die Nettoerlöse des Frankfurter Börsenbetreibers legten jedenfalls im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro und damit den höchsten Wert seit der Finanzkrise zu, wie die Deutsche Börse in Eschborn bei Frankfurt mitteilte. Dabei profitierte das Unternehmen von einem deutlich regeren Handelsgeschehen auf seinen Börsenplätzen. Zudem lieferten einige Zukäufe positive Beiträge. Das ließ den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) um knapp 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigen. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten.

Unter dem Strich verdiente der im Dax notierte Konzern allerdings mit 665,5 Millionen Euro 13 Prozent weniger als 2014. Grund für das schwächere Netto-Wachstum sind einmalige Kosten für ein Sparprogramm und Aufwendungen für die Integration von übernommenen Firmen im Sommer.

Zudem hatte das Unternehmen 2014 einen Sondergewinn aus der Neubewertung ihrer Anteile an der US-Börse Direct Edge verbucht, der sich nicht mehr wiederholte. Die Dividende soll trotzdem um 15 Cent auf 2,25 Euro pro Aktie steigen.

Dividende steigt auf 2,25 Euro je Aktie

Der neue Vorstandschef Carsten Kengeter hatte im Sommer 2015 dem Unternehmen ehrgeizigere Wachstumsziele bis 2018 gegeben. Pro Jahr sollen die Nettoerlöse nun um 5 bis 10 Prozent steigen, der operative Gewinn (Ebit) und der Überschuss um 10 bis 15 Prozent. Das ist auch die Vorgabe für dieses Jahr. Damit könnten die Nettoerlöse auf 2,6 Milliarden Euro zulegen und der operative Gewinn auf 1,3 Milliarden Euro.

Das Handelsgeschehen hatte im vergangenen Jahr kräftig an Fahrt gewonnen, weil viele Anleger nun häufiger bei ihren Investments umschichten. So legte der Handelsumsatz im für die Deutsche Börse wichtigen Terminbörsensegment Eurex 2015 um knapp 10 Prozent gestiegen. An den Aktienmärkten des Konzern legten die Umsätze sogar um fast 30 Prozent zu. Zu Beginn dieses Jahres setzte sich die Entwicklung angesichts der hoch nervösen Stimmung an den Märkten fort.

Kengeter krempelt den Konzern derweil kräftig um. Schon kurz nach seinem Amtsantritt Anfang Juni brachte er zwei Übernahmen für insgesamt 1,3 Milliarden Euro über die Bühne. Er kaufte den Indexanbieter Stoxx komplett und heimste sich zudem die innovative Devisenhandelsplattform 360T ein. Dazu zog der Manager auch ein 200 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung durch. Zudem legte er ein neues Sparprogramm auf und ordnete die Zuständigkeiten im Vorstand neu.

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Dahinter steht das erklärte Ziel Kengeters, die Deutsche Börse an die Weltspitze zu führen. "Wir beschleunigen das Wachstum der Gruppe durch eine Vielzahl von neuen Initiativen", sagte Kengeter. "Unsere klare Vision ist, die Gruppe Deutsche Börse langfristig zum weltweit präferierten Marktinfrastrukturanbieter mit Spitzenpositionen in allen ihren Tätigkeitsfeldern auszubauen." Dazu zählt für den früheren obersten Investmentbanker der Schweizer Großbank UBS auch eine aktivere Rolle auf dem Markt für moderne Finanztechnologien. Dazu will er selbst eigene sogenannte Fintechs gründen und auch weitere zukaufen

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