Freitag, 6. Dezember 2019

Was Anleger über die Kapitalerhöhung wissen müssen Letzter Tag des Bezugsrechtehandels belastet Deutsche Bank

Kurz vor dem Abschluss der Kapitalerhöhung sind die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen am Dienstag nochmals unter Druck geraten. Sie fielen am letzten Tag des Bezugsrechtehandels als Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax um 2,77 Prozent auf 15,265 Euro.

Händler verwiesen auf den deutlichen Kursrutsch der Bezugsrechte um 10,81 Prozent auf 1,80 Euro. So trennten sich kurz vor dem Ende des Rechtehandels viele Investoren von überzähligen Stücken. Zudem würden Anleger, die sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen wollten, sie noch schnell auf den Markt werfen.

Durch die Kapitalerhöhung sammelt der deutsche Branchenprimus brutto 8 Milliarden Euro ein. Sorgen muss sich die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen dabei nicht machen: Die Summe wird durch das betreuende Bankensyndikat garantiert. Mit dem Geld soll die Kapitaldecke gestärkt werden. Die litt in der Vergangenheit unter teuren Rechtsstreitigkeiten, die zwei Jahre hintereinander für Milliardenverluste sorgten.

Deutliche Kurserholung der Aktie seit September-Tief

Vergangenen September hatten Befürchtungen hinsichtlich der Kapitalausstattung infolge einer milliardenschweren Forderung der US-Justiz den Kurs der Aktie unter die Marke von 10 Euro gedrückt. Mit der Kapitalerhöhung nutzt die Deutsche Bank nun auch die Erholung der vergangenen Monate, in denen der Wert zeitweise um rund 90 Prozent auf 19 Euro zugelegt hatte.

Die frischen Mittel sind aber nicht nur mit Blick auf die Kapitaldecke wichtig. Die weichende Unsicherheit diesbezüglich dürfte helfen, wichtige Manager an Bord zu halten, um die neue Konzernstrategie umzusetzen, erklärte Analyst Alevizos Alevizakos von der britischen Bank HSBC. Inwieweit verlorener Boden im Corporate und Investmentbanking gut gemacht werden könnte, bleibe aber abzuwarten.

Konzernumbau und Integration der Postbank

Um in diesem lukrativen, aber schwankungsanfälligen Geschäftsbereich aufzuholen, will die Deutsche Bank Investmentbanking und Kapitalmarktgeschäft wieder unter einem Dach vereinen. Die Tochter Postbank wird zudem in das Privat- und Firmenkundengeschäft eingegliedert statt sie zu verkaufen. Gleichzeitig soll der Vermögensverwalter Deutsche Asset Management zu einem kleinen Teil an die Börse gebracht werden.

Was Sie zur Kapitalerhöhung der Deutschen Bank wissen müssen

Bezugsrechte werden am letzten Tag unter rechnerischem Wert gehandelt

Bei der Kapitalerhöhung können die Altaktionäre für zwei gehaltene Aktien eine neue zum Stückpreis von 11,65 Euro erwerben. Auf Basis des Xetra-Schlusskurses von 17,195 Euro vor dem Beginn des Bezugsrechthandels vor zwei Wochen hatte sich ein rechnerischer Wert von rund 1,85 Euro je Bezugsrecht sowie von etwa 15,35 Euro je alter Aktie ergeben. In der Summe wurden die Anteilsscheine und die Bezugsrechte am heutigen Dienstag also leicht unter dem rechnerischen Wert gehandelt. Die neuen Aktien sollen hierzulande voraussichtlich am oder um den 7. April geliefert, also in die Depots der Anleger eingebucht werden.

Was will die Deutsche Bank mit der Kapitalerhöhung erreichen?

Die Deutsche Bank will mit der Erhöhung des Grundkapitals um fast 50 Prozent die Debatte um eine zu dünne Kapitaldecke beenden. Mit den acht Milliarden Euro steigt ihre harte Kernkapitalquote von knapp zwölf auf mehr als 14 Prozent. Das ist mehr als die meisten europäischen Banken aufweisen können.

Was hat es mit den Bezugsrechten für Altaktionäre auf sich?

Die Aktionäre der Deutschen Bank erhalten für jeden ihrer Anteile ein Bezugsrecht, das ebenfalls an der Börse gehandelt wird. Zwei Bezugsrechte berechtigen dazu, bis zum 6. April eine neue Aktie zum Preis von 11,65 Euro zu kaufen. Wer zum Beispiel 100 Aktien der Deutschen Bank bereits im Depot hat, hat damit auch 100 Bezugsrechte und damit das Recht, 50 neue Aktien der Deutschen Bank zum Preis von 11,65 Euro zu erwerben.

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