Dienstag, 18. Juni 2019

"New York Times"-Bericht Deckte Deutsche Bank verdächtige Trump-Transaktionen?

Jared Kushner (links) Donald Trump (Bild Archiv)

Hat die Deutsche Bank verhindert, dass Ermittler verdächtige Firmen-Transaktionen von Donald Trump und seinem Schwiegersohn Jared melden? Ex-Mitarbeiter der Bank behaupten das, berichtet die "New York Times". Die Bank dementiert entschieden.

Mitarbeiter der Deutschen Bank wollten einem Zeitungsbericht zufolge einige Tranksaktionen bei Firmen von US-Präsident Donald Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner wegen Auffälligkeiten der Finanzaufsicht melden. Spezialisten im Kampf gegen Geldwäsche hätten 2016 und 2017 empfohlen, dass über die verdächtigen Vorgänge Bericht erstattet werden sollte, schreibt die "New York Times" (NYT) unter Berufung auf fünf frühere und derzeitige Mitarbeiter der Deutschen Bank. Führungskräfte hätten dies aber abgelehnt.

Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe am Montag zurück und betonte, dass zu keiner Zeit ein Ermittler davon abgehalten worden sei, verdächtige Vorgänge eskalieren zu lassen. Zudem sei es "kategorisch falsch" anzunehmen, jemand könnte versetzt oder entlassen worden sein, um Bedenken in Bezug auf einen Kunden auszuräumen.

Die Deutsche Bank habe in den vergangenen Jahren ihre Bemühungen im Kampf gegen Finanzkriminalität erhöht und die Kontrollen verstärkt. Eine Sprecherin für die Trump Organisation sagte, der Bericht sei "ausgemachter Unsinn". Von Kushner Companies war zunächst kein Kommentar zu bekommen.

Derzeit werden die Finanzen von Trump vom US-Kongress und den Behörden des Bundesstaates New York durchleuchtet. Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus fordern von der Deutschen Bank und anderen Geldinstituten Auskunft darüber. Es geht um den Verdacht, dass andere Staaten versucht haben, die Politik der USA zu beeinflussen. Untersucht werden auch mögliche Verbindungen nach Russland. Die Deutsche Bank hatte Trump vor seiner Präsidentschaft hohe Kredite gewährt und steht deshalb im Zentrum des Interesses.

Software-Kontrollysteme der Bank sollen angeschlagen haben

Dem Bericht der Zeitung zufolge hätte einige Transaktionen in einem Software-System der Deutschen Bank, das rechtswidrige Aktivitäten erkennen soll, Warnungen ausgelöst. Mitarbeiter, die die Warnungen überprüft hätten, sollen Berichte darüber angefertigt haben, die sie offenbar an eine Behördeneinheit für Wirtschaftskriminalität weiterleiten wollten. Das sei jedoch nie passiert.

Das Geldinstitut hatte zuletzt auch damit begonnen, Finanzunterlagen des US-Präsidenten an Ermittler zu übergeben. Donald Trump und seine Familie wollten aber offenbar verhindern, dass der Kongress die Dokumente sichten kann und reichten Klage ein. Die Geldhäuser sollen dem Kongress Details zu Trumps Finanzen offenlegen und haben deshalb eine offizielle Vorladung von zwei Ausschüssen bekommen. Diese an die Deutsche Bank und den Finanzkonzern Capital One gerichteten sogenannten Subpoenas hätten keine rechtliche Basis, heißt es dagegen in der Klage, die im Namen Trumps, seiner Kinder Donald Jr., Eric und Ivanka und sieben seiner Firmen erhoben wurde.

rei mit Reuters

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