Freitag, 13. Dezember 2019

Wegen Stellwerksdesaster Bahn stellt 1700 Mitarbeiter zusätzlich ein

Engpass Fahrdienstleiter: Bahn stellt neue Mitarbeiter ein, um Stellwerksprobleme wie zuletzt in Mainz künftig zu vermeiden

Deutschlands größtes Bahnunternehmen reagiert: Die Deutsche Bahn will im kommenden Jahr 1700 Mitarbeiter zusätzlich einstellen, um nicht noch einmal unbesetzte Stellwerke zu verantworten zu haben. Die Einstellungen machen sich in der Bilanz des Unternehmens bemerkbar.

Berlin - Die Deutsche Bahn reagiert auf Personalengpässe und stellt im kommenden Jahr 1700 Mitarbeiter zusätzlich ein. Das kündigte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Montag in Berlin an. 1250 Beschäftigte sollen dauerhaft bei dem Unternehmen bleiben, die übrigen 450 zunächst befristet eingestellt werden.

Die Belegschaft wird aufgestockt, nachdem Personalchefs und Betriebsräte in den 330 Bahn-Betrieben die Personalplanung zweieinhalb Monate lang überprüft hatten. Anlass war das Stellwerksdebakel von Mainz. Dort fehlten im Sommer Fahrdienstleiter. Als Folge fielen wochenlang Züge im Regional- und Fernverkehr aus. Ein Manager der Bahn verlor daraufhin seinen Job.

Von den 1700 neuen Mitarbeitern werden nach Angaben Webers rund 1.000 in der Infrastruktur beschäftigt, 400 davon in den Stellwerken, 400 bei der Instandhaltung. Auch rund 200 Lokführer seien zusätzlich eingeplant. Weber fügte hinzu, bereits in diesem Jahr würden 860 Fahrdienstleiter eingestellt, 400 mehr als zuvor geplant. Das von 2014 an geplante neue Personal werde die Bahn rund 50 Millionen Euro jährlich kosten.

Die 450 neuen Angestellten mit befristeten Verträgen sollen vor allem helfen, Überstunden und Urlaubsansprüche des Stammpersonals abzubauen, wie Weber sagte. Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, erwartet, dass auch diese Beschäftigten später bei der Bahn bleiben. "Denn der Abbau von Mehrarbeit ist auch danach noch nötig", sagte Kirchner.

Die zweieinhalb Monate, in der die Personalplanung überprüft wurde, hätten sich gelohnt. "Wir sind noch lange nicht am Ende, aber in der richtigen Richtung", sagte Kirchner zu der Verständigung mit der Bahnspitze. Dazu gehört auch eine tarifliche Vereinbarung, wonach Mehrarbeit langfristig auf Arbeitszeitkonten übertragen werden kann. Am 2. April 2014 soll bei einem weiteren Treffen eine Zwischenbilanz gezogen werden.

kst/dpa-afx

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