Donnerstag, 17. Oktober 2019

Peinliche Panne Deutsche Bahn testet Roboter in Berlin - WLAN hängt

Auskunftsroboter Semmi: In den nächsten sechs Wochen können die Reisenden auch diesen Servicemitarbeiter nach der nächsten Verbindung fragen

Zugreisende können am Hauptbahnhof in Berlin nun auch einen Roboter um Auskünfte bitten. Ob sie zufriedenstellende Antworten bekommen, hängt aber auch von der Internetverbindung ab. Das zeigte die Präsentation des sprechenden Roboterkopfs namens Semmi der Deutschen Bahn am Mittwoch.

Bei der ersten Vorführung reagierte die Roboterdame zum Beispiel mehrfach nicht auf die Frage nach der nächsten Verbindung nach München und musste neu gestartet werden. Schließlich gab sie doch die ein oder andere Antwort - in einem Fall mit Hinweis auf eine aktuelle Verspätung.

Semmi spricht mehrere Sprachen und erzählt auf Nachfrage auch einen Witz

Sabina Jeschke, DB-Vorstand für Digitalisierung und Technik, verwies auf Probleme mit dem WLAN im Gebäude, die man in den Griff bekommen werde. Ziel von Semmi sei eine bessere, beschleunigte Kommunikation mit den Kunden, aber auch eine Entlastung der Reisezentren. Die Technologie mit Künstlicher Intelligenz (KI) könne perspektivisch etwa Teil einer App werden, damit auch mehrere Fahrgäste gleichzeitig Fragen stellen können. Zum Beispiel zur Weiterreise, wenn ein Sturm den Fahrplan durcheinandergebracht hat.

Die Bahn testet das System im Reisezentrum am Berliner Hauptbahnhof für zunächst sechs Wochen, es ist den Angaben zufolge der erste Einsatz an einem Bahnhof in Deutschland. Das mehrsprachige System ist 2018 und 2019 bereits sechs Wochen am Flughafen Frankfurt erprobt worden, zuletzt außerdem am Hauptbahnhof Tokio. Eine Flughafen-Sprecherin teilte mit, der Roboter sei von den Nutzern gut angenommen worden und habe auch weiterhelfen können. Noch sei offen, in welcher Form die Technologie künftig eingesetzt werde.


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Die Testläufe sollen dem System auch beim weiteren Lernen helfen, etwa in Hinblick auf Akzente, Dialekte oder verschiedene Formulierungen der gleichen Frage, wie Jeschke sagte. Bei Anliegen wie dem Ticketkauf und Beschwerden könne Kollegin Roboter bisher nicht weiterhelfen - Anlaufstelle blieben die echten Mitarbeiter. Die Software funktioniert ähnlich wie bei den Sprachcomputern Siri oder Alexa. Auf Aufforderung erzählt der Roboterkopf auch einen Witz oder beantwortet höflich ablehnend einen Heiratsantrag.

mg/dpa-afx

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