Dienstag, 18. Juni 2019

100 Prozent Ökostrom bereits 2038 Deutsche Bahn soll schneller klimafreundlicher fahren

Es grünt so grün ... die Deutsche Bahn soll bereits 2038 zu 100 Prozent mit Ökostrom fahren

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat der Deutschen Bahn strengere Klimavorgaben gemacht. Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er habe die Führung des Unternehmens aufgefordert, zügig ein Konzept vorzulegen, "wie wir zwölf Jahre früher als bisher geplant auf 100 Prozent Ökostrom umstellen - nämlich ab 2038 statt 2050".

Scheuer sagte weiter, er wolle, dass die Bahn einen noch größeren Beitrag zum Erreichen der CO2-Reduzierung leiste. Der Bundesverkehrsminister hat dem Bericht zufolge am Montag mit Bahnchef Richard Lutz und Bahnvorstand Ronald Pofalla gesprochen.

Die Bundesregierung berät derzeit über Maßnahmen für mehr Klimaschutz. Vor allem der Verkehrsbereich muss liefern, um Klimaziele 2030 einhalten zu können. Scheuer hatte vergangene Woche zur Sitzung des Klimakabinetts umfangreiche Vorschläge gemacht. Dazu zählt auch, den Schienenverkehr zu stärken.

Die Deutsche Bahn hat indes ihre Kunden nach eigenen Angaben im Mai wieder etwas seltener warten lassen. 79,8 Prozent der Fernzüge waren pünktlich, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Damit kam zwar immer noch gut jeder fünfte ICE, Intercity oder Eurocity zu spät. Das ist jedoch der beste Mai-Wert seit sieben Jahren. Bislang liegt die Bahn damit in diesem Jahr über ihrer eigenen Zielmarke.

Im Mai kam jeder fünfte ICE, Intercity oder Eurocity zu spät

Verglichen mit April stieg die Pünktlichkeit um 1,1 Prozentpunkte. Als pünktlich wertet der Konzern alle Züge, die weniger als sechs Minuten nach Fahrplan eintreffen.

Nach Darstellung der Bahn sind die Züge pünktlicher, weil die vielen Baustellen besser koordiniert werden. Außerdem stünden mehr Züge zur Verfügung. Seit April seien täglich 225 ICE unterwegs, so viele wie nie.

Konzernchef Richard Lutz sprach von erfreulichen Fortschritten. "Zufrieden sind wir aber erst, wenn wir diesen Trend verstetigen können. Das bedeutet für uns, im Kampf um jede Minute nicht nachzulassen."

Im vergangenen Jahr hatte die Bahn große Probleme mit Zugverspätungen. Staus auf dem Schienennetz und Mängel an Fahrzeugen strapazierten die Geduld der Fahrgäste, besonders in der langen Hitzeperiode im Sommer. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr sackte 2018 auf knapp 75 Prozent ab - das Ziel waren 82 Prozent gewesen.

Dieses Jahr liegt die Latte niedriger: Lutz will 76,5 Prozent erreichen. Von Januar bis Mai lag die Quote mit durchschnittlich 78,6 Prozent darüber, wie das Staatsunternehmen mitteilte. Der Bund als Eigentümer hatte zu Jahresbeginn spürbare Verbesserungen bis zum Sommer verlangt.

rei/dpa

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