Montag, 14. Oktober 2019

Illegale Preisabsprachen Deutsche Bahn fordert halbe Milliarde von Lkw-Kartell

Lkw auf Daimler-Gelände: Auch der Stuttgarter Hersteller war in die Absprachen der Truck-Hersteller eingebunden.

Die Deutsche Bahn fordert im Zusammenhang mit dem sogenannten Lkw-Kartell Schadenersatz in Höhe von rund einer halbe Milliarde Euro. Diese Summe hätten die Bahn, die Bundeswehr und andere Unternehmen einschließlich Zinsen wegen der Preisabsprachen der Hersteller zu viel gezahlt, teilte der Konzern am Sonntag mit. Eine entsprechende Klage werde beim Landgericht München eingereicht. Externe Experten hätten die Summe in einem nun vorliegenden Gutachten ermittelt. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Die Bundeswehr und 40 weitere Unternehmen "aus allen Bereichen der deutschen Wirtschaft" hätten ihre Ansprüche an die Bahn abgetreten, heißt es in der Mitteilung. "DB-Konzern und die Bundeswehr haben im Kartellzeitraum Tausende Lkw beschafft." Die Lkw-Hersteller sollten sich ihrer Verantwortung stellen. "Wir sind offen für eine einvernehmliche Lösung. Dazu haben wir allen Kartellbeteiligten das Gespräch angeboten", teilte die Bahn mit.

Wegen der Bildung des Kartells hatte die EU-Kommission in den Jahren 2016 und 2017 Geldbußen in einer Gesamthöhe von fast vier Milliarden Euro verhängt. Nach ihrer Feststellung hatten die Lastwagenhersteller MAN Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, Volvo Börsen-Chart zeigen/Renault Börsen-Chart zeigen, DAF, Iveco und Scania Börsen-Chart zeigen von 1997 bis 2011 untereinander Informationen zum Beispiel über Preise ausgetauscht. Die höchste Einzelstrafe mit rund einer Milliarde Euro musste Daimler bezahlen.

cr/dpa

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