Samstag, 17. August 2019

Deutsche Bahn Fernzüge im August noch unpünktlicher

Warten auf Fernzüge: Ein bekanntes Bild auf deutschen Bahnhöfen

Man kennt das - liegt etwas Schnee, kommen viele Züge der Deutschen Bahn zu spät. Brütende Hitze hilft offenbar auch nicht. Im August waren so wenig Fernzüge pünktlich wie seit Jahren nicht mehr. Und nun? Bahnchef Lutz appelliert ganz kräftig an seine Führungskräfte. Ob's hilft? Das Pünktlichkeitsziel für 2018 hatte er im Juli bereits herabgesetzt.

Die Fernzüge der Deutschen Bahn haben sich im August noch häufiger verspätet als zuvor. Drei von zehn ICE und Intercitys kamen unpünktlich ans Ziel. Die Pünktlichkeitsquote lag bei 69,8 Prozent nach 72,1 Prozent im Juli und 74,7 Prozent im Juni, erfuhr die dpa am Freitag aus Konzernkreisen. Das ist der schlechteste August-Wert seit 2015. Damals kam die Bahn auf 69,3 Prozent. Vorstandschef Richard Lutz richtete einen dringenden Appell an seine Führungskräfte, den negativen Trend umzukehren.

"Wie schon im Vormonat führte die anhaltende Hitzeperiode auch im August zu mehr Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur", hieß es bei der Bahn zur Begründung der häufigeren Verspätungen. "Verschärft wurde die Situation durch zahlreiche Brände in Gleisnähe, die viele Verspätungen und Umleitungen nach sich zogen." Die Bahn konzentriere ihre Anstrengungen derzeit darauf, "die in den beiden Hitzemonaten angesammelten Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur nun zügig abzuarbeiten und im September wieder pünktlicher unterwegs zu sein".


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Pünktlich ist ein Zug nach Bahn-Definition, wenn er weniger als sechs Minuten nach der im Fahrplan angegebenen Zeit ankommt. Im Regionalverkehr verbesserte sich die Pünktlichkeit im August um 0,2 Punkte auf 94,3 Prozent leicht, unter anderem durch pünktlichere S-Bahnen.

Der Vorstand um Lutz kündigte am Freitag in einem der dpa bekannt gewordenen Brief an die Führungskräfte an, der schlechten Pünktlichkeit entschieden entgegenzutreten. "Das sind wir nicht nur unseren Kunden, sondern auch unseren Mitarbeitern schuldig."

Lutz will die Eisenbahn in Deutschland operativ stärker aus dem Konzernvorstand heraus steuern. Die einzelnen Geschäftsfelder müssten noch weitaus enger zusammenarbeiten, es dürfe keine Ressort-Egoismen mehr geben. Das Gesamtwohl der DB sowie das Wohl der Fahrgäste müssten im Vordergrund stehen.

Das ursprüngliche Ziel von 82 Prozent pünktlicher Fernzüge hatte Lutz im Juli bereits aufgegeben. Stattdessen sei mit einer Quote von unter 80 Prozent zu rechnen. Dafür aber dürfen die Verbraucher mit steigenden Ticketpreisen rechnen.

rei/dpa-afx

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