Montag, 14. Oktober 2019

Ab Mitte Dezember Bahnfahren wird deutlich teurer

Künftig teurer: Bis auf wenige Ausnahmen müssen Bahnkunden in Deutschland ab Mitte Dezember mehr bezahlen

Die Deutsche Bahn erhöht erneut die Ticketpreise. Im Fernverkehr steigen sie ab Mitte Dezember im Schnitt um 2,5 Prozent, im Nahverkehr um 2,9 Prozent. Auch bei der Bahncard und Reservierungen langt die Bahn kräftig zu.

Berlin - Die Karten für Intercity und ICE kosten ab dem Fahrplanwechsel im Dezember im Schnitt 2,5 Prozent mehr. Gleiches gilt für die Bahncard50, wie die Deutsche Bahn bekanntgab. Die Bahncard25 wird um 1,6 Prozent teurer.

In den roten Zügen des Nahverkehrs steigen die Preise mit 2,9 Prozent noch stärker. Wer sich einen Sitzplatz sichern will, muss zusätzlich tiefer in die Tasche greifen: Die Reservierung kostet künftig 4,50 Euro statt 4 Euro.

Die Bahn begründete die Preiserhöhungen ab 15. Dezember mit den im ersten Halbjahr 2013 um 4 Prozent gestiegenen Personalkosten im Fernverkehr. Die sonst genannten Energiekosten wurden diesmal nicht erwähnt.

Keine Preisänderungen soll es auf der Verbindung von Köln oder Düsseldorf nach Berlin geben. Wegen des Elbehochwassers im Juni ist dort die Haupttrasse noch bis November gesperrt, was um rund eine Stunde längere Fahrtzeiten bedeutet. Unverändert bleiben zudem die Spezial-Sonderpreise, die ermäßigte Bahncard für Jugendliche und Senioren sowie die Bahncard100.

Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg sagte, somit verteuerten sich die Tickets im Fernverkehr für rund die Hälfte der Fahrten nicht.

Angekündigte Preiserhöhungen stoßen auf Kritik

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" kritisierte die Erhöhungen: "Wir hätten es sehr begrüßt, wenn die Deutsche Bahn das Preis-Karussell gestoppt hätte", sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Gerd Aschoff. Er verwies auf die wegen der Hochwasserfolgen verspäteten Züge, den viel zu knappen Wagenpark sowie auf mangelhafte Reinigung und Wartung. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnete die Preiserhöhungen als unverständlich, da sich die Leistungen im Fernverkehr nicht verbessert hätten. Die Bahn sei mit sehr alten Zügen unterwegs, die zudem immer voller seien.

In den vergangenen Jahren legten die Passagierzahlen gerade im Fernverkehr deutlich zu. Die Sparte konnte so ihren Gewinn 2012 mehr als verdoppeln. Gerade dieser Passagierzuwachs sowie die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Spritkosten für Autofahrer machten es aber der Bahn auch möglich, die Preise zu erhöhen, erklärte der VCD.

Die Bahn hatte 2003 die Ticket-Kosten im Fernverkehr im Zuge einer verunglückten Preisreform um gut 10 Prozent gesenkt. Seitdem hat sie die Preise jedes Jahr - bis auf 2010 - stärker als die Inflationsrate angehoben. Dies gilt auch für die jetzige Anhebung.

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