Offensive bei Überbuchung Wer freiwillig aussteigt, bekommt bis zu 10.000 Dollar

Delta Air Lines will Vorfälle wie bei United Airlines verhindern

Delta Air Lines will Vorfälle wie bei United Airlines verhindern

Foto: © Joshua Lott / Reuters/ REUTERS

Nach dem Skandal um den gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers aus einer United-Airlines-Maschine will die Konkurrenzgesellschaft Delta Reisenden künftig bis zu 10.000 Dollar (rund 9400 Euro) zahlen, wenn sie im Falle einer Überbuchung auf ihren Flug verzichten. Wie die Fluglinie erklärte, empfiehlt sie ihren Mitarbeitern am Flugsteig, Passagieren bis zu 2000 Dollar zu bieten, wenn sie ihren Sitzplatz freigeben.

Bislang konnten in einem solchen Fall 800 Dollar gezahlt werden. Die Vorgesetzten dürfen mit ihrem Angebot sogar bis zu 10.000 Dollar gehen - bisher lag die Grenze bei 1350 Dollar. Mit den Zahlungen will Delta Air Lines einen Vorfall wie bei United vermeiden, der weltweit für Empörung gesorgt hatte. Selbst US-Präsident Donald Trump hatte im Interview den Vorfall kommentiert und sich für dafür stark gemacht, anstatt die Überbuchungspraxis zu verbieten die Entschädigungssumme für ausstiegswillige Fluggäste zu erhöhen.

Der 69-jährige David Dao hatte sich vor gut einer Woche geweigert, seinen ihm zuvor angewiesenen Sitzplatz in einer Maschine wieder freizugeben. Daraufhin wurde er von Polizeibeamten in Chicago gewaltsam herausgeschleift.

Dabei zog sich Dao nach Angaben seiner Anwälte schwere Verletzungen zu. So wurde dem Arzt unter anderem das Nasenbein gebrochen. Der aus Vietnam stammende Mann, der seit Jahren in den USA lebt, will United Airlines verklagen.

Der Image-Schaden für United Airlines ist immens. Daos Herkunft schürte Vermutungen, hinter seiner Behandlung steckten rassistische Motive. Das Unternehmen kündigte an, allen Passagieren eine Entschädigung zu zahlen, die an Bord der Maschine gewesen waren. Die Aktie von United Airlines rutschte ab.

Hier sehen Sie das Video zum Vorfall in der United-Airlines-Maschine

SPIEGEL ONLINE
rei/afp
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