Mittwoch, 23. Oktober 2019

Schon am Freitag ist Schluss Deliveroo zieht sich aus Deutschland zurück

Deliveroo-Fahrer in Berlin (Archivaufnahme)

Der Essenslieferdienst Deliveroo stellt sein Geschäft im deutschen Markt ein. Am kommenden Freitag, 16. August, werde das Geschäft hierzulande beendet, teilte das Unternehmen am Montag mit; eine Rückkehr schließe man allerdings nicht aus.

Grund des Rückzugs laut Mitteilung: "die Verdopplung des Umsatzes in anderen Märkten weltweit", die man nun stärker in den Fokus nehmen wolle. Fahrern, Restaurants und Mitarbeitern würden "angemessene Vergütungs- und Kulanzpakete" zukommen.


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Nach dem Rückzug von Foodora und dem noch nicht erfolgten Markteinstieg von Ubers Essenslieferdienst Uber Eats war Deliveroo zuletzt fast ohne Konkurrenz in ihrem Segment unterwegs. Damit wachsen nun die Zweifel, ob das Geschäftsmodell, mit Lieferflotten für Restaurants Essen auszufahren, die nicht selber liefern, überhaupt funktioniert.

Jitse Groen, Chef des Branchenriesen Takeaway, der Ende 2018 die deutschen Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora aufkaufte, hatte das Business in der Vergangenheit bereits als "sehr schlechtes Geschäftsmodell" gebrandmarkt, das "unmöglich profitabel zu betreiben" sei. Seine in Deutschland inzwischen eingestellte Neuerwerbung Foodora hatte im Jahr 2018 nach manager-magazin-Informationen 20 Millionen Euro Verlust gemacht.

Groens Deutschland-Chef, Lieferando-Mitgründer Jörg Gerbig, gibt offen zu, dass sein Unternehmen Lieferungen mit eigenen Fahrern nur deshalb anbietet, weil Kunden sie nachfragten und er diese nicht vergrätzen wolle. Gut möglich also, dass mit dem Aus der Konkurrenz von Deliveroo auch Lieferando das Geschäft künftig noch einmal auf den Prüfstand stellen wird.

luk

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