Freitag, 6. Dezember 2019

De la Rue Hersteller der britischen Pfund-Banknoten bangt ums Überleben

Zehn-Pfund-Note: Hersteller De la Rue hat Probleme

Einem britischen Traditionskonzern droht das Aus: In London sorgte ein knapp 30-prozentiger Kurseinbruch des Druckhauses De La Rue für Aufsehen. Die Aktien der Druckerei für Reisepässe und Geldscheine waren mit 128,4 Pence zeitweise so billig wie zuletzt vor rund 21 Jahren.

Der 200 Jahre alte Hersteller der britischen Banknoten war im abgelaufenen Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerutscht und streicht die Dividende bis auf weiteres. Außerdem stellte die Firma das eigene Überleben infrage. Für Beobachter kommt diese Krise überraschend: "Der Bargeld-Umlauf wächst ständig", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Er sieht die Schwierigkeiten daher nicht durch den Markt, sondern durch interne Probleme begründet: "Schlechtes Management und schlechte Entscheidungen sind der Hauptgrund für die Malaise."

Für die britische Regierung kommt die Krise von De La Rue zur Unzeit. Erst vor wenigen Wochen hatte die Tory-Regierung tausende britische Urlauber zurückholen müssen, die nach der Pleite der britischen Thomas Cook in aller Welt gestrandet waren. Die Kosten dafür musste der britische Steuerzahler übernehmen. Im Dezember wählt Großbritannien eine neue Regierung.

la/reuters

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