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Gehaltsranking: Die Topverdiener der Aufsichtsräte

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Gehaltsranking im Dax Rekordvergütung für Aufsichtsräte - doch Chefs verdienen bis zu 30mal mehr

Die Chefkontrolleure von Deutschlands Börsenschwergewichten haben im vergangenen Jahr einer Studie zufolge so viel verdient wie nie zuvor. Die durchschnittliche Gesamtvergütung der Aufsichtsratschefs der 30 Dax-Konzerne stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf den Rekordwert von 408.000 Euro, wie aus einer am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Auswertung des Beratungsunternehmens hkp-Group hervorgeht.

Spitzenverdiener war den Angaben zufolge erneut Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner mit unverändert 800.000 Euro, gefolgt vom BMW-Aufsichtsratschef Norbert Reithofer (640.000 Euro) und Fresenius-Kontrolleur Gerd Krick (632.000 Euro). Mit 212.000 Euro hält Thyssenkrupp  seinen Aufsichtsratschef Lehner am knappsten.

Der insgesamt bestbezahlte Aufsichtsrat im Dax ist aber Achleitners ehemaliger Allianz-Kollege Michael Diekmann. Er strich für die Mitgliedschaft in fünf Dax-Aufsichtsgremien insgesamt 1,33 Millionen Euro ein. Bei der Allianz  wurde Diekmann zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Vorstandschef im Mai 2017 Vorsitzender des Aufsichtsrats, den Posten beim Gasekonzern Linde  gab er gleichzeitig ab. Der 63-Jährige sitzt auch in den Aufsichtsräten von Siemens , BASF  und Fresenius .

Achleitner kommt mit insgesamt drei Aufsichtsratsposten im Dax auf 1,18 Millionen Euro. Damit können nicht einmal die fünf ehemaligen Manager mithalten, die jeweils zwei Aufsichtsräte führen: Karl-Ludwig Kley (Lufthansa , Eon ), Wolfgang Reitzle (Continental , Linde ), Gerd Krick (Fresenius , Fresenius Medical Care ), Ulrich Lehner (Deutsche Telekom , Thyssenkrupp ) und Werner Brandt (RWE , ProSiebenSat.1 ).

Die Vergütung der Aufsichtsratsvorsitzenden stieg erneut stärker als die der Dax-Vorstandschefs. Diese hatte getrieben von sprudelnden Unternehmensgewinnen im Schnitt um 3,6 Prozent auf den Rekordwert von rund 7,4 Millionen Euro zugelegt.

Dennoch liege die Vergütung der Chefkontrolleure "im Schnitt immer noch nicht auf fairem Niveau", kritisierte hpk-Senior Partner Joachim Kayser. "Man will Aufsichtsratsvorsitzende, die auf Augenhöhe mit dem Vorstandschef sind. Das muss sich auch in der Vergütung niederschlagen." Aus seiner Sicht wäre etwa ein Drittel der Vergütung des Konzernlenkers angemessen - gemessen an dessen Tagessatz.

Gehaltsranking: Die Topverdiener der Aufsichtsräte

Selbst Achleitner kam 2017 nur auf knapp ein Viertel der Vergütung des - inzwischen geschassten - Vorstandschefs John Cryan. Bei HeidelbergCement  und SAP  verdient der Vorstandschef sogar 30-mal mehr als sein Oberaufseher.

Mittlerweile zahlen zwei Drittel der Dax-Konzerne ihren Kontrolleuren eine reine Festvergütung, die nicht an den Unternehmenserfolg gekoppelt ist. Kayser sieht das kritisch: "Wenn die wirtschaftliche Entwicklung nach unten geht, bleibt die Aufsichtsratsvergütung trotzdem unverändert.". Aktionäre und Vorstände bekämen schwächere Ergebnisse dagegen durch Dividenden- beziehungsweise Boni-Kürzungen zu spüren.

mg/dpa-afx/rtr

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