Sonntag, 31. Mai 2020

Coronavirus und die Folgen Mehr als eine Million Corona-Infizierte weltweit

Coronavirus: Weltweit haben sich bis Donnerstagabend fast eine Million Menschen infiziert

In den USA sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 900 Menschen an dem Coronavirus gestorben. In Deutschland sind bereits 1,3 Milliarden Euro an Unternehmen in Existenznot ausgezahlt worden. Und VW produziert nun Gesichtsvisier-Teile auf 3-D-Druckern. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise im Newsblog.

  • Die Bundesregierung fordert die Fluggesellschaften auf, Kunden im Falle einer abgesagten Reise Gutscheine anzubieten
  • In Deutschland haben sich nach dpa-Zählung mehr als 77.500 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Weltweit dürfte die Zahl der bekannten Infektionen in Kürze die Millionen-Marke überspringen, sagt die Johns Hopkins Universität voraus.
  • Volkswagen wirft seine 3-D-Drucker für die Produktion von Gesichtsvisieren an
  • Spanien hat am Donnerstag einen neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit.
  • Die Kommunalpolitische Vereinigung der Union (KPV) fordert die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht, um in der Krise zu helfen.
  • Rund 1,3 Milliarden Euro sind bereits an deutsche Unternehmen in Existenznot ausgezahlt worden.
  • BASF, Fiege, Lufthansa, Otto und Volkswagen sollen der Bundesregierung helfen, weltweit Schutzausrüstung gegen das Coronavirus zu kaufen.
  • Vorstände und Aufsichtsräte des Autobauers Daimler verzichten wegen der Coronavirus-Krise in diesem Jahr auf einen Teil ihres Geldes.
  • 40.000 Erntehelfer aus Osteuropa dürfen nach Deutschland einreisen

21.45 Uhr - Die Zahl der weltweiten Infektionen hat nach Zählung der amerikanischen Johns Hopkins Universität die Marke von einer Million überschritten. Sie habe sich innerhalb der vergangenen acht Tage verdoppelt. Mehr als 51.000 Menschen seien an der Viruskrankheit gestorben.

21.30 Uhr - Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe stimmt seine Landsleute auf eine Verlängerung der gegenwärtig bis zum 15. April verhängten Ausgangsbeschränkungen ein. Diese müssten vermutlich verlängert werden, sagt er dem Sender TF1. "Ich verstehe die Ungeduld", erklärt er. Die Beschränkungen wurden am 17. März zunächst für zwei Wochen verhängt, bevor sie auf Mitte April verlängert wurden.

21.15 Uhr - US-Behörden haben bei Ermittlungen mehr als 190.000 gehortete Atemschutzmasken sichergestellt, die nun an medizinisches Personal gehen sollen. Die US-Bundespolizei habe etwa 192 000 Masken des Typs N95 bei einem Einsatz entdeckt, ebenso wie fast 600 000 medizinische Handschuhe, 130 000 Operationsmasken und weitere medizinische Produkte, zum Beispiel Desinfektionsmittel. Das teilte das US-Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Die Vorräte würden nun an medizinisches Personal in den besonders von der Corona-Krise betroffenen Bundesstaaten New York und New Jersey verteilt.

21 Uhr - Die Menschen in Berlin müssen wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch in den kommenden zwei Wochen mit deutlichen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit leben. Der Senat verlängerte das seit 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag wie angekündigt bis zum 19. April, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zunächst war die Verordnung bis zu diesem Sonntag befristet.

- Die Weltbank bewilligt im Kampf gegen die Pandemie eine erste Summe von 1,9 Milliarden Dollar an Hilfen für 25 Länder. Zudem arbeite man an Gelder für weitere 40 Staaten und wolle darüber hinaus bereits finanzierte Projekte im Wert von 1,7 Milliarden Dollar umwidmen. Die Organisation ist nach eigenen Angaben bereit, in den kommenden 15 Monaten bis zu 160 Milliarden Dollar einzusetzen.

- Die Zahl der Todesfälle in Frankreich steigt deutlich, nachdem nun auch Altersheime erfasst werden. Insgesamt seien 5387 Tote verzeichnet, teilt der Leiter der Gesundheitsämter Jerome Salomon mit. Davon seien nach provisorischer Zählung 884 in Altersheimen gestorben. Aus den Krankenhäusern werde ein Anstieg von zwölf Prozent in einem Tag gemeldet - von 4032 auf 4503. Insgesamt seien nun 59.105 Infektionsfälle bekannt nach vortags 56.989.

20.30 Uhr - Die EU-Aufsichtsbehörde EIOPA fordert von Versicherern ebenfalls auf Dividendenzahlungen zu verzichten. Wie Banken sollen auch Versicherer und Rückversicherer vorerst keine Dividenden ausschütten. EIOPA forderte einer Mitteilung zufolge, Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen so lange auszusetzen, bis die Folgen der Coronavirus-Pandemie absehbar seien. Dadurch sollten Eigenmittel geschont und Versicherungsnehmer nicht gefährdet werden. Auch bei Boni und anderen variablen Vergütungen für Manager sollten sich die Versicherer zurückhalten, wenn es nach EIOPA geht. Sie sollten "konservativ festgesetzt und möglicherweise hinausgeschoben werden".

- Die spanische Großbank Santander lässt die Schlussdividende für 2019 entfallen. Damit komme die Bank der Aufforderung der EZB nach, auf Ausschüttungen zu verzichten, teilte das Geldhaus am Donnerstagabend in Madrid mit. Von der Hauptversammlung am Freitag streicht die Bank den entsprechenden Tagesordnungspunkt. Abgesehen von einer gezahlten Zwischendividende sollen die Gewinne zunächst in die Rücklagen fließen, hieß es weiter. Die Bank will im Oktober auf einer Aktionärsversammlung neu über die Verwendung des Gewinns entscheiden lassen. Für 2020 soll es zunächst keine Zwischendividende geben, bis mehr Klarheit über den Geschäftsverlauf herrscht.

- Die Fluggesellschaft British Airways (BA) stellt wegen der andauernden Coronakrise Zehntausende Mitarbeiter frei. Eine entsprechende Einigung sei am Donnerstag erreicht worden, teilte die Gewerkschaft Unite mit. Betroffen davon sind davon laut einem Bericht der BBC mehr als 30.000 Mitarbeiter des Kabinen- und Bodenpersonals sowie der Technik. Der größte Teil der BA-Flotte ist wegen der Coronavirus-Pandemie derzeit am Boden. Die meisten Flüge wurden gestrichen. Unbezahlten Zwangsurlaub und Entlassungen soll es aber nicht geben, wie die Gewerkschaft mitteilte. Die freigestellten Mitarbeiter erhalten einen Teil ihrer Gehaltszahlungen bis auf weiteres aus einem Topf der Regierung.

20 Uhr - Walmart, der weltweit größte Einzelhändler, hat den möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an seinem britischen Supermarktarm Asda ausgesetzt, bis die Coronavirus-Krise vorbei ist, sagte Reuters zufolge eine mit der Situation vertraute Person. Die US-amerikanische Gruppe hatte im Februar Gespräche mit möglichen Käufern führen zu wollen.

- Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat angesichts der Corona-Krise am Anleihemarkt 650 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen. "HeidelbergCement hat mit der erfolgreichen Platzierung der Anleihe nochmals seine Liquiditätsposition gestärkt und gezeigt, dass das Unternehmen auch in schwierigen Marktsituationen einen guten Zugang zum Kapitalmarkt besitzt", sagte Finanzchef Lorenz Näger am Donnerstag laut Mitteilung.

Das Robert-Koch-Institut hat seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern,
Odd ANDERSEN / AFP
Das Robert-Koch-Institut hat seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern,

- 2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der "Süddeutschen Zeitung" auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse von höheren Zahlen ausgegangen werden. In England fehlen nach Auskunft des NHS-Gesundheitsdienstes gegenwärtig 8 Prozent des Personals wegen Erkrankungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie.

- Die Nato will bei der Unterstützung ihrer Mitglieder in der Corona-Krise einen schnellen Lufttransport von Hilfsgütern ermöglichen. Nato-Oberbefehlshaber Tod Wolters solle dafür sorgen, dass die Hilfe unter den Allierten "verstärkt und beschleunigt" werden könne, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einer Video-Konferenz der Außenminister der Allianz am Donnerstag. Neben einem mit der europäischen Luftraumüberwachung Eurocontrol abgestimmten "vereinfachten Verfahren für schnelle Luftmobilität" beinhalte dies auch die Koordinierung bei Lagerbeständen. Die Nato verfügt über keine eigenen Lufttransportkapazitäten. Sie gehören den Mitgliedstaaten. Dasselbe gilt für Bestände an Schutzausrüstung oder medizinischem Gerät, die nun in der Corona-Krise dringend gebraucht werden.

19.30 - Beiersdorf zieht wegen der Corona-Krise seine Prognose für 2020 zurück. Die noch Anfang März veröffentlichten Ziele würden "voraussichtlich nicht erreicht und daher nicht länger aufrechterhalten", erklärte der Hersteller von Tesa-Klebeprodukten und Nivea-Kosmetik. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise seien noch nicht hinreichend abzuschätzen. Im ersten Quartal sei der Konzernumsatz um 3,6 Prozent auf 1,910 Milliarden Euro zurückgegangen. Im Unternehmensbereich Consumer sei der Umsatz organisch um 3,3 Prozent gesunken, im deutlich kleineren Unternehmensbereich Tesa um 5,1 Prozent.

19.15 Uhr - Der Fernsehkonzern RTL zieht seine Prognose für das laufende Jahr wegen der Coronakrise zurück. Das erste Quartal sei noch weitgehend im Rahmen der Erwartungen verlaufen, erklärte die Bertelsmann-Tochter. Doch Stornierungen von Werbebuchungen und verschobene Fernseh-Produktionen dürften die Geschäftszahlen in den nächsten Monaten belasten. Die Konjunkturaussichten hätten sich deutlich eingetrübt. Deshalb streicht RTL auch die für das Jahr 2019 vorgeschlagene Dividende von vier Euro je Aktie.

- Der Autokonzern Daimler hat sich bei den Banken BNP, Santander, Deutsche Bank und JPMorgan eine weitere Milliarden-Kreditlinie gesichert. Die neue Kreditlinie über zwölf Milliarden Euro ergänze einen bestehenden Vertrag über elf Milliarden. Die neue Darlehensfazilität könne in einem Zeitraum von zwölf Monaten mit zwei Verlängerungsoptionen von sechs Monaten gezogen werden. Die weitere Kreditlinie verschaffe Daimler einen weiteren Liquiditätspuffer. Zum Jahresende 2019 habe der Konzern eine Bruttoliquidität von rund 24 Milliarden im Industriegeschäft verzeichnet.

- Die Deutsche Flugsicherung (DFS) rechnet wegen des Einbruchs im Flugverkehr mit rund 500 Millionen Euro weniger Gebühreneinnahmen. Ende März habe das Verkehrsaufkommen in dem von den DFS-Lotsen kontrollierten deutschen Luftraum fast 85 Prozent unter Vorjahr gelegen. Der Personaleinsatz werde durch Minusstunden reduziert. Kurzarbeit oder Kündigungen seien kein Thema bei der DFS, erklärt deren Chef Klaus-Dieter Scheurle. Die Dauer der Corona-Krise sei nicht absehbar.

19.00 - Die Zahl der Todesfälle weltweit hat nach Zählung der amerikanischen Johns Hopkins Universität die Marke von 50.000 überschritten. Die Zahl der bekannten Infektionen nähert sich demnach der Millionen-Marke an.

- Die Zahl der bekannten neuen Fälle in Italien ist erneut etwa gleich geblieben. Das Katastrophenschutz-Ministerium meldet 4668 Erkrankungen und damit grob so viele wie jeweils an den drei Tagen zuvor. Damit könnten sich die Hoffnungen der Regierung bestätigen, dass sich der Epidemie-Verlauf abgeflacht hat. Insgesamt sind 115.242 Fälle bekannt. Die Zahl der Toten stieg um 760 auf 13.915.

18.30 Uhr - In Deutschland registrierten die Behörden mehr als 79.400 Infektionen mit Sars-CoV-2. Besonders hohe Zahlen haben laut dpa-Zählung Bayern mit mehr als 19.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 277 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 17.600 Fällen und mindestens 202 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 146,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 93,3. Bis Donnerstagabend sind in Deutschland mindestens 1001 Menschen an dem neuen Coronavirus gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

18.15 Uhr - EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen stellt neue Milliarden-Hilfen in Aussicht. So will die Kommission 100 Milliarden Euro Schulden aufnehmen und sie als Kredite zur Finanzierung von Kurzarbeit an EU-Länder weiterreichen. Zudem sollen die letzten Reserven aus dem laufenden EU-Haushalt aktiviert werden, wie von der Leyen am Donnerstag sagte. Die Auswahl an Instrumenten gegen die Wirtschaftskrise wächst damit. Im Streit über sogenannte Corona-Bonds ist aber keine Lösung in Sicht.

18.00 Uhr - Eine große Mehrheit von 93 Prozent der Deutschen befürwortet, dass man sich nur noch in der eigenen häuslichen Gemeinschaft oder mit einer weiteren Person treffen darf. Das geht aus dem ARD-Deutschlandtrend hervor. Nach der Umfrage von infratest dimap sorgen sich 51 Prozent der Bevölkerung vor einer Ansteckung.

- In Kanada steigt die Zahl der bekannten Fälle auf 10.132 nach 9017 am Vortag. Inzwischen seien 127 Todesfälle verzeichnet worden, ein Anstieg von 21 Prozent, berichten die Gesundheitsbehörden.

- Die US-Demokraten verschieben einem Medienbericht zufolge den Parteitag, auf dem sie ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl im November küren wollen. Statt Mitte Juli werde die Veranstaltung nun einen Monat später abgehalten, berichtet das Portal Politico. Aussichtsreichster Bewerber ist Ex-Vizepräsident Joe Biden. Für die Republikaner tritt erneut Amtsinhaber Donald Trump an.

- Der Gouverneur von New York erwartetet den Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie in dem US-Bundesstaat eher "am unteren Ende der Spanne" von sieben bis 30 Tagen. Die Zahl der bekannten Fälle sei auf 92.381 gestiegen nach 83.712 am Vortag, erklärt Andrew Cuomo. Die Zahl der Toten liege nun bei 2373 nach 1941. Inzwischen seien 21.000 medizinische Fachkräfte von außerhalb des Bundesstaates dem Aufruf gefolgt, nach New York - einem Covid-19-Schwerpunkt in den USA - zu kommen und auszuhelfen.

- Die britische Regierung erwartet einem Insider zufolge die höchste Zahl neuer Todesfälle durch die Coronavirus-Epidemie am Ostersonntag, dem 12. April. Das Szenario für den schlechtesten Verlauf gehe von insgesamt 50.000 Toten aus, sagt die Person, die mit den Notfall-Diskussionen der Regierung vertraut ist, der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings deute der bisherige Verlauf nicht auf diese Entwicklung hin. Ein sogenannter "best case scenario" wäre demnach unter den gegebenen Umständen eine Totenzahl von 20.000. Die Zahl der Toten in Großbritannien war zum 1. April in einem Tag um 24 Prozent auf 2921 gestiegen.

17.30 Uhr - Frankreich hat seine lange vor der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum um ein halbes Jahr verlängert. Darüber habe Paris die EU-Kommission am Donnerstag informiert, teilte ein Sprecher der Brüsseler Behörde mit. Frankreich habe diesen Schritt sowohl mit der öffentlichen Gesundheit als auch mit der öffentlichen Sicherheit begründet. Normalerweise wären die Kontrollen Ende April ausgelaufen, nun gehen sie bis zum 30. Oktober.

- Die britische Regierung erwartet einem Insider zufolge die höchste Zahl neuer Todesfälle durch die Coronavirus-Epidemie am Ostersonntag, dem 12. April. Das Szenario für den schlechtesten Verlauf gehe von insgesamt 50.000 Toten aus, sagt die Person, die mit den Notfall-Diskussionen der Regierung vertraut ist, der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings deute der bisherige Verlauf nicht auf diese Entwicklung hin. Ein sogenannter "best case scenario" wäre demnach unter den gegebenen Umständen eine Totenzahl von 20.000. Die Zahl der Toten in Großbritannien war zum 1. April in einem Tag um 24 Prozent auf 2921 gestiegen.

17.00 - Die Bundesregierung bindet eine Reihe deutscher Unternehmen mit guten internationalen Kontakten in die Beschaffung von Schutzausrüstung ein. Dafür wird ein Stab beim Bund eingerichtet, heißt es in einem Reuters vorliegenden Organisationspapier. "Zum Beschaffungsstab gehören außerdem Verbindungspersonen deutscher Unternehmen mit internationalem Geschäft, mit denen das Bundesministerium der Gesundheit (BMG) Rahmenvereinbarungen geschlossen hat (BASF, Fiege, Lufthansa, Otto, VW )", heißt es dort. "Diese Unternehmen bringen ihre Erfahrung und Kontakte auf den ausländischen Märkten ein, um für den Bund Kauf und Logistik zu organisieren."

- Wegen der zahlreichen Corona-Todesfälle werden in New Yorks Krematorien Sonderschichten gefahren. Vielerorts finden Feuerbestattungen bis in die Abendstunden statt. Bestattungsinstitute und Friedhofsdirektoren sprechen vom größten Nachfrageanstieg seit Jahrzehnten. In New York werden Zehntausende von Infizierten gezählt. Etwa 1400 sind bislang gestorben.

- Russlands Präsident Wladimir Putin verlängert die arbeitsfreie Zeit im Land bis zum 30. April. Seinen Worten zufolge haben die Maßnahmen zur Selbstisolation dazu beigetragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

- Der Autobauer Fiat Chrysler strebt nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters an, direkt nach dem Ende der Ausgangssperre die Produktion in drei Werken in Italien wieder anzufahren. Dabei handele es sich um die Werke in Melfi, Atessa und die Mirafiori-Fabrik in Turin. Angestrebt werde derzeit der 14. April, sagte der Gewerkschafter. Die Ausgangssperre hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte gerade bis mindestens 13. April verlängert.

16.30 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Saisonarbeiter auf deutschen Feldern werden dringend gebraucht, nicht nur auf den Spargelfeldern
Jens Büttner / DPA
Saisonarbeiter auf deutschen Feldern werden dringend gebraucht, nicht nur auf den Spargelfeldern

16.00 Uhr - Um drohende Ernteausfälle zu verhindern, sollen in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen dürfen. Darauf haben sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag verständigt. Zuvor hatte das Innenministerium eine Einreiseverbot für Saisonarbeiter am vergangenem Mittwoch verhängt. Laut einem Konzeptpapier der beiden Ressorts dürfen die Arbeiter nun ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug einreisen. Vorgesehen ist außerdem eine Gesundheitsprüfung.

15.30 Uhr - Sämtliche Mitarbeiter von Amazon in den USA und Europa müssen ab kommender Woche Gesichtsmasken tragen und sich Fiebermessungen unterziehen. Der Versandhändler werde jeden Tag Hunderttausende Beschäftigte mit einem kontaktlosen Thermometer scannen und jeden, der eine Temperatur von mehr als 38 Grad habe, nach Hause schicken, teilt Amazon mit. Darüber hinaus würden Kameras in den Gebäuden genutzt, um zu überwachen, ob die Angestellten während ihrer Schichten zu eng zusammen stünden.


Volkswagen druckt im 3D-Drucker Halterungen für solche Gesichtsvisiere

15.00 Uhr - Zuerst hat der Volkswagen-Konzern in Deutschland 200.000 Gesichtsmasken aus eigenen Beständen gespendet - jetzt stellt der Autobauer selbst Gesichtsschutz-Teile her: Wie Volkswagen nun verlautete, produzieren die werkseigenen 3D-Drucker ab sofort Halterungen für Gesichtsschilde. In die von VW gedruckten Halterungen fügen Dritte herkömmliche Kunststofffolien ein, um einen transparenten Gesamt-Gesichtsschutz zu erhalten. Das von VW mitproduzierte Produkt ähnelt einem Gesichtsvisier, wie es etwa beim Schweißen eingesetzt wird. Gegen Coronaviren dürfte das Teil aber nur einen sehr bedingten Schutz bringen.

Volkswagen beteiligt sich damit an einer transnationalen Initiative gemeinsam mit Airbus. Auch das 250 Unternehmen umfassende 3D-Druck-Netzwerk "Mobility goes Additive" ist an der Herstellung der Masken beteiligt. Die ersten von VW gedruckten Halterungen werden von Airbus kommende Woche nach Spanien geflogen, wo der Mangel an Masken offenbar besonders groß ist. Wie hoch der Halterungs-Output sein soll, lässt sich der Pressemeldung nicht entnehmen. Gedruckt wird aber ab jetzt auf 50 VW-eigenen 3D-Druckern, insgesamt besitzt der Konzern 125 solcher Geräte. Damit reiht sich der Konzern in die Bemühungen der Autobranche ein, mit der eigenen Technik-Kompetenz die Not Covid-19-Kranker etwas zu lindern.

Im Konzern koordiniert eine 30-köpfige Taskforce die Aktivitäten. Die Markentochter Skoda hat etwa ein Verfahren zum 3D-Druck wiederverwendbarer Atemschutzmasken nach dem höchsten Filterstufe FFP3 entwickelt. Seat will mechanische Beatmungsgeräte und verschiedene Gesichtsmasken-Modelle fertigen, hat dafür aber noch keine amtliche Zulassung. Die Sportwagentochter Lamborghini wiederum baut ihre Fertigung zur Produktion chirurgischer Masken und Schutzschilder aus Plexiglas um.


Für annullierte Flüge und Reisen sollen die Fluggesellschaften ihren Kunden Gutscheine anbiete, fordert die Bundesregierung

14.30 Uhr - Die Bundesregierung fordert die Fluggesellschaften auf, Kunden im Falle einer abgesagten Reise Gutscheine anzubieten, die bis Ende 2021 eingelöst werden können. Einen entsprechenden Vorschlag habe das sogenannte Corona-Kabinett am Donnerstag beschlossen, teilt die Regierung mit. Die Regierung werde sich damit an die EU-Kommission wenden, die für die Regelung der Fluggastrechte zuständig ist. Die Regierung schlägt zudem vor, dass der Gutschein von der Airline zu erstatten ist, wenn er bis Ende 2021 nicht eingelöst wurde.

- Der Stromverbrauch in Deutschland geht wegen der Corona-Krise immer stärker zurück. Ursache sind nach Angaben des Stromlobbyverbandes BDEW unter anderem die stark gedrosselte Industrieproduktion, leere Bürogebäude und geschlossene Restaurants und Geschäfte. In der vergangenen Woche sei der Stromverbrauch um 7,4 Prozent niedriger als in der ersten Märzwoche gewesen.

- Die zur Lufthansa-Gruppe gehörende Austrian Airlines hat die Corona-bedingte temporäre Einstellung des Flugbetriebs um weitere zwei Wochen bis zum 3. Mai verlängert. "Wann der reguläre Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann, bleibt offen und hängt mehr von den Rahmenbedingungen als von uns selbst ab", sagte Austrian-Vorstandsmitglied Andreas Otto am Donnerstag.

14.00 Uhr - Die Kommunalpolitische Vereinigung der Union (KPV) fordert die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht. "Da wir das Coronavirus nicht kurzfristig aufhalten können, müssen wir lernen, damit zu leben", erklärt der KPV-Vorsitzende Christian Haase. Man brauche mehr Personal für Risikogruppen wie ältere Mitmenschen und chronisch Kranke. "Diese historische Aufgabe können wir nur mit vereinten Kräften meistern. Es ist Zeit, über die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht zu sprechen", fügt er hinzu. In der KPV sind rund 75.000 lokale Mandatsträger von CDU und CSU organisiert. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte im vergangenen Jahr eine Dienstpflicht vorgeschlagen.

- Die Industrieproduktion in Italien dürfte dem führenden Branchenverband zufolge wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal um bis zu 15 Prozent einbrechen. Bereits im ersten Vierteljahr habe es wohl einen Rückgang von 5,4 Prozent zum Vorquartal und damit das größte Minus seit elf Jahren gegeben, erklärt Confindustria. Wegen der massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens sei allein im März die Produktion im Vergleich zum Februar um 16,6 Prozent gesunken.

Atemschutzmasken: Die Mehrheit der Deutschen würde sie während der Coronavirus-Krise im Supermarkt oder in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen, wenn dies verordnet würde.
picture alliance / dpa
Atemschutzmasken: Die Mehrheit der Deutschen würde sie während der Coronavirus-Krise im Supermarkt oder in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen, wenn dies verordnet würde.

13.00 Uhr - Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Mundschutz-Pflicht. 57 Prozent der Deutschen halten es für richtig, wenn das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkaufen oder im Nahverkehr in der nächsten Zeit verpflichtend wird, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv. 35 Prozent der Befragten finden das nicht richtig. Insbesondere Frauen sprechen sich mit 62 Prozent für eine solche Schutzpflicht aus (Männer: 52 Prozent). Mit 64 Prozent liegt die Zahl der Befürworter unter den älteren Menschen (60 Jahre und älter) noch etwas höher.

- Bundesfinanzminister Olaf Scholz zieht eine positive Zwischenbilanz der Hilfspakete der Regierung. Es seien bisher rund neun Milliarden Euro an Hilfen beantragt worden. Von 1800 Anträgen seien bereits rund 1500 bewilligt worden, sagt Scholz in Berlin. "Wir hoffen, dass allen nicht die Puste ausgeht." Die Situation sei schwierig, aber Deutschland habe eines der größten Maßnahmenpakete weltweit geschnürt. Dies macht einen Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro nötig.

12.00 Uhr - Spanien hat am Donnerstag einen neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Mittag mit. Zuvor hatte das Land fünf Tage hintereinander mehr als 800 Tote zu beklagen, jedoch gab es noch nie mehr als 900 Opfer. Damit sind in Spanien insgesamt bereits rund 10 000 Menschen an Covid-19 gestorben.

- Die staatliche Förderbank KfW stellt sich auf eine deutlich steigende Nachfrage nach Corona-Hilfskrediten ein. "Die Tatsache, dass wir schon bei zehn Milliarden Euro sind, lässt mich vermuten, dass wir sicher bis 50 Milliarden hochlaufen werden", sagte KfW-Chef Günther Bräunig am Donnerstag in einer Telefon-Pressekonferenz. "Ein Volumen von 100 Milliarden Euro ist noch nicht vorstellbar, aber ich kann es auch nicht ausschließen." Im April werde die Nachfrage sicher nochmals deutlich zunehmen, ab Mai rechne die KfW mit einem Abflachen.

Ursula von der Leyen (CDU
Etienne Ansotte / Europäische Kommission / dpa
Ursula von der Leyen (CDU

- Die geplanten europäischen Hilfen für Kurzarbeiter sollen einem Entwurf der EU-Kommission zufolge in Form von Krediten an die EU-Staaten fließen. Eine Summe von bis zu 100 Milliarden Euro soll demnach durch Garantien von 25 Milliarden Euro aus den Mitgliedsstaaten abgesichert werden. Den Entwurf für das von Kommissionschefin Ursula von der Leyen angekündigte Instrument "Sure" veröffentlichte das Portal "Politico" am Donnerstag.

11.00 Uhr - Zur Bewältigung der Corona-Krise hält die Bundeswehr von diesem Freitag an 15.000 Soldaten bereit zur Unterstützung von Ländern und Kommunen. Die Männer und Frauen seien dann unterschiedlich schnell - beispielsweise binnen 12 bis 72 Stunden - abmarschbereit, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Donnerstag.

- EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in der Corona-Krise Fehler der Europäischen Union im Umgang mit Italien eingeräumt und Hilfen in Milliardenhöhe für Kurzarbeiter versprochen. "Die Union wird bis zu hundert Milliarden Euro zugunsten der am stärksten betroffenen Länder, angefangen mit Italien, bereitstellen, um die Kürzung der Gehälter der Kurzarbeiter auszugleichen", schrieb von der Leyen in einem Beitrag für die Zeitung "La Repubblica" (Donnerstag).

10.30 Uhr - Die Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt sind im März wegen eines Nachfragerückgangs durch die Coronavirus-Pandemie und des Einbruchs der Ölpreise deutlich gesunken. Der Lebensmittelpreisindex der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen lag im vergangenen Monat im Durchschnitt bei 172,2 Punkten, das entspricht einem Rückgang von 4,3 Prozent zum Februar.

Intensivbett in der Uniklinik Dresden: Deutschland kommt auf 33,9 Intensivbetten je 100.000 Einwohner, Italien nur auf 8,6
Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa
Intensivbett in der Uniklinik Dresden: Deutschland kommt auf 33,9 Intensivbetten je 100.000 Einwohner, Italien nur auf 8,6

09.45 Uhr - Die britische Fluggesellschaft British Airways will einem Insider zufolge rund 32.000 ihrer 45.000 Mitarbeiter wegen des Geschäftseinbruchs in der Corona-Krise zeitweise außer Dienst stellen. Betroffen seien vor allem Kabinen- und Bodenpersonal, sowie Ingenieure und Beschäftigte in der Zentrale. Gespräche mit der Gewerkschaft darüber seien noch nicht abgeschlossen. BBC News berichtete, es handele sich um 36.000 BA-Beschäftigte, die aber nicht entlassen werden sollen.

09:30 Uhr - Der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Banken (BdB), Hans-Walter Peters, fordert in der Corona-Krise das Ende der Strafzinsen für Banken und eine Aussetzung der Bankenabgabe. "Es ist dringend geboten, angesichts der wirtschaftlichen Lage in Europa die Minuszinsen sofort auszusetzen", sagte Peters dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Vorstellbar sei, dass der Stopp der Minuszinsen an Bedingungen geknüpft werde. So könnte die EZB die Geldhäuser verpflichten, damit ihr Eigenkapital zu stärken. Die Banken müssen seit 2014 Strafzinsen zahlen, wenn sie Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken.

Flughafen Hamburg

09.00 Uhr - An den größeren deutschen Flughäfen gibt es wegen der Corona-Krise kaum noch Starts und Landungen. In der letzten März-Woche (23.-29.3.) ist die Zahl der abgefertigten Passagiere auf nur noch knapp 206.000 abgesunken, wie der Flughafenverband ADV am Donnerstag berichtete. Das entspricht noch 5 Prozent des Wertes aus dem Vorjahr. Deutlich geringer fiel der Rückgang bei der Fracht aus, deren Volumen in der genannten Woche nur um 20,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

08.30 Uhr - Israels Gesundheitsminister Jakov Litzman und seine Frau sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, die beiden würden sich daher in Quarantäne begeben. "Der Minister Litzman und seine Frau fühlen sich gut und", hieß es. Der 71-Jährige werde sein Amt weiter aus der Isolation ausfüllen. Das israelische Fernsehen berichtete, angesichts von Litzmans Diagnose müsse sich Netanjahu vermutlich wieder in Quarantäne begeben. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete, auch der Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Jossi Cohen, und der nationale Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat müssen entsprechend der Vorschriften des Gesundheitsministeriums nach Kontakt mit Litzman in Quarantäne.

08.00 Uhr - Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten in Krankenhäusern. Auf 100.000 Einwohner kommen 33,9 Intensivbetten, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Auch Österreich (28,9) und die Vereinigten Staaten (25,8) weisen demnach eine vergleichsweise hohe Dichte auf. Deutlich geringer sind die Kapazitäten in den besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Staaten Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohner.

07.00 Uhr - Tausende wegen der Coronavirus-Krise in Neuseeland festsitzende Ausländer, darunter auch viele Deutsche, werden von Freitag an den Pazifikstaat verlassen können. Die Regierung in Wellington, die Rückführungsflüge zunächst gestoppt hatte, kündigte einen entsprechenden Plan an. Dieser werde die "sichere und geordnete Ausreise von Zehntausenden" Gestrandeter ermöglichen, sagte der stellvertretende Premierminister Winston Peters am Donnerstag.

In Neuseeland sitzen etwa 12.000 Deutsche fest, so viele wie nirgendwo sonst. Dort wurden auch Reisende von den Südseeinseln zusammengezogen, um dann nach Deutschland zurückfliegen zu können. Das Auswärtige Amt hatte die Rückholaktion aus Neuseeland am Samstag mit einem ersten Flug gestartet. Alle weiteren geplanten Flüge waren dann aber überraschend gestrichen worden.

05.30 Uhr - Deutschlands führende Hygieniker gehen davon aus, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können. "Wer angehustet wird und einen Mund-Nase-Schutz (MNS) trägt, schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben", sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Auch Privathaushalte sollten sich durchaus Masken aus Stoff nähen.

Das Robert-Koch-Institut teilt dagegen auf seiner Webseite mit, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert".

- Russland steht den USA im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie bei: Am Mittwochabend (Ortszeit) landete das größte russische Frachtflugzeug in New York und brachte Schutzmasken und andere medizinische Ausrüstung mit. Das teilte die russische UN-Vertretung in New York mit. Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt.

Russland hat bereits Italien mit Schutzausrüstungen, mobilen Versorgungsstationen und Mitteln für Desinfektionen geholfen. "From Russia with Love" stand auf den russischen Flug- und Fahrzeugen. Das Hilfsangebot war angesichts der politischen Spannungen zwischen Moskau und dem Westen eine kleine Sensation.

05.00 Uhr - In den USA stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus am Mittwoch auf mehr als 200.000 - so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Am Mittwochabend (Ortszeit) verzeichnete die Universität mehr als 213.000 Fälle und mehr als 4700 Tote.

Der US-Sender CNN berichtete, mit mehr als 900 Toten am Mittwoch hätten die USA so viele Opfer wie noch nie an einem Tag verzeichnet. Das Weiße Haus befürchtet nach einer am Dienstag vorgestellten Prognose zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA durch das Coronavirus - trotz Maßnahmen zur Eindämmung. Diese Schutzmaßnahmen hatte Trump kürzlich bis Ende April verlängert.

- Die nächste UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie in das kommende Jahr verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Nun soll sie 2021 dort abgehalten werden - das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. Bei den jährlichen Spitzentreffen der Klimadiplomatie beraten die Staaten über den Weg, um den Ausstoß von Treibhausgasen und damit die Erderwärmung einzudämmen.

04.30 Uhr - Nach dem Abflachen der Coronavirus-Epidemie in China sehen deutsche Unternehmen zwar eine Verbesserung ihrer Lage, jedoch werden noch immer große Herausforderungen ausgemacht. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung unter den Mitgliedern der Deutschen Handelskammer in China hervor. "Deutsche Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast auf Vorkrisenniveau zu produzieren", sagte Maximilian Butek, Mitglied des Vorstands der Deutschen Handelskammer in der Region, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Die Ergebnisse der März-Umfrage zeigten, dass sich Personalquote, Produktionskapazitäten und die interne Logistik für die meisten Befragten normalisiert haben. Die eigentliche Geschäftstätigkeit sei aber noch kaum wieder aufgenommen worden.

Leeres Einkaufszentrum in der Hamburger Innenstadt: Vor allem der Handel leidet unter den Folgen der Corona-Krise
Daniel Bockwoldt / dpa
Leeres Einkaufszentrum in der Hamburger Innenstadt: Vor allem der Handel leidet unter den Folgen der Corona-Krise

04.00 Uhr - Nach dem großen Ansturm auf Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt die Auszahlung langsam in Gang. Bis Dienstagabend wurden allein in neun Bundesländern mehr als 370.000 Anträge bewilligt, wie eine Länderumfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen demnach bereits an in Existenznot geratene Unternehmen.

03.30 Uhr - In Deutschland ist die Zahl der Infizierten und der Toten binnen 24 Stunden erneut deutlich gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 73.522 bestätigte Infektionsfälle, 6156 mehr als am Vortag. 872 Menschen seien im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, das ist ein Anstieg um 140. Besonders betroffen von der Epidemie sind weiterhin Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

03.00 Uhr - Vorstände und Aufsichtsräte des Autobauers Daimler verzichten wegen der Coronavirus-Krise in diesem Jahr auf einen Teil ihres Geldes. Auch den leitenden Führungskräften wird ein Teil ihres Einkommens gekürzt, wie aus einem internen Schreiben vom Mittwoch hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Vorstände bekommen demnach für die neun Monate bis zum Ende des Jahres eine um 20 Prozent reduzierte Grundvergütung. Die Aufsichtsräte verzichten ebenfalls auf 20 Prozent. Für die Führungskräfte der obersten drei Ebenen habe man sich mit deren Vertretern zudem auf eine Kürzung um 10 Prozent für die kommenden drei Monate verständigt.


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02.00 Uhr - Angesichts fehlender Saisonarbeiter in der Landwirtschaft hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner die Bundesbürger zur freiwilligen Teilnahme an der Ernte aufgefordert. "Es werden Helfer gebraucht", sagte die CDU-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). Sie verwies darauf, dass die Bundesregierung für die Erntehilfe Hinzuverdienstgrenzen erweitert und weitere Erleichterungen im Arbeitsrecht beschlossen habe. Auf die Kampagne www.daslandhilft.de, an der sich ihr Ministerium beteiligt, hätten sich bereits knapp 42.000 Menschen gemeldet. Benötigt würden aber 300.000 Helfer. Allerdings hatten Landwirte darauf hingewiesen, dass ungelernte deutsche Freiwillige die Saisonkräfte aus Osteuropa nur schwer gleichwertig ersetzen könnten.

mit Nachrichtenagenturen

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