Mittwoch, 27. Mai 2020

Coronavirus und die Folgen Kurzarbeit kann Rezession erheblich bremsen

Arbeiter im Maschinenbau: In vielen Unternehmen müssen Beschäftigte in diesen Tagen in Kurzarbeit wechseln - das erleichtert den Wiedereinstieg nach der Krise, zeigt eine Studie.
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Arbeiter im Maschinenbau: In vielen Unternehmen müssen Beschäftigte in diesen Tagen in Kurzarbeit wechseln - das erleichtert den Wiedereinstieg nach der Krise, zeigt eine Studie.

  • Mehr als 200.000 im Ausland gestrandete Deutsche sind wieder zu Hause. 40.000 warten noch auf Hilfe aus Deutschland und ihre Rückreise.
  • Österreich will seine drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus direkt nach Ostern langsam lockern.
  • Die Aussichten für das Exportgeschäft der deutschen Autobranche sind laut Ifo-Institut auf den tiefsten Stand seit rund elf Jahren gesunken.
  • Japan will angesichts der Rezessionssorgen wegen der Corona-Pandemie offenbar ein noch größeres Konjunkturpaket schnüren als in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren.
  • Außenminister Heiko Maas und Finanzminister Olaf Scholz sprechen sich für eine Weiterentwicklung des Euro-Rettungschirms aus.

21.15 Uhr - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus noch länger andauernde Beschränkungen etwa in der Gastronomie in Aussicht gestellt. Zudem stimmte er die Menschen am Montagabend darauf ein, dass das Tragen von Masken in Zukunft immer mehr ausgeweitet werden dürfte.

"Wir müssen die Menschen auf ein Leben mit der Pandemie vorbereiten. Dazu gehört natürlich das verstärkte Tragen von Masken dazu", sagte der CSU-Vorsitzende in der ARD. Und er fügte hinzu: "Da gehört auch dazu, dass Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktsperren in bestimmten Bereichen wie der Gastronomie sicher noch länger erhalten bleiben." Aber es könne auch "Lichtblicke" geben, wo man sich weiterentwickeln könne. Dieser Weg müsse "in sich schlüssig" sein. Wie dieser Weg aussehen könnte, darüber wollten die Ministerpräsidenten kommende Woche mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, betonte Söder.

20.45 Uhr - Traurige Wegmarke in der Corona-Krise in den USA: Laut Johns-Hopkins-Universität sind in den Vereinigten Staaten inzwischen mehr als 10.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg demnach bis Montagnachmittag (Ortszeit) auf rund 350.000, deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Der oberste Gesundheitsbeamte in den USA, Jerome Adams, hatte die Amerikaner bereits auf einen Anstieg der Todeszahlen eingestimmt. "Dies wird die härteste und traurigste Woche im Leben der meisten Amerikaner sein", sagte Adams am Sonntag dem Sender Fox News. "Dies wird unser Pearl Harbor-Moment sein, unser 9/11-Moment - nur wird es nicht begrenzt auf einzelne Orte, sondern im ganzen Land passieren."

- Der FC Liverpool hat seine Entscheidung revidiert und schickt zahlreiche Mitarbeiter während der Coronavirus-Krise doch nicht in den Zwangsurlaub. Das teilte der Vorsitzende Peter Moore am Montagabend in einer Mitteilung auf der Website mit. Moore entschuldigte sich auch bei den Fans, die die Maßnahmen zuvor scharf kritisiert hatten. "Wir glauben, dass wir letzte Woche zum falschen Schluss gekommen sind", schrieb Moore, "das tut uns wirklich leid."

20.30 Uhr - Durch das Instrument der Kurzarbeit wird der von der Corona-Pandemie verursachte Wirtschaftseinbruch einer Auswertung zufolge fast halbiert. In der am Montag veröffentlichten Vergleichsrechnung von IW Consult im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) fiel der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland mit Kurzarbeit um rund 45 Prozent geringer aus als in einem Szenario ohne. Dies belege "eindrücklich die Wirksamkeit der Kurzarbeit", sagte der vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Das Instrument habe sich bereits während der Finanz- und Wirtschaftskrise bewährt und werde dies auch in der Corona-Krise tun, sagte Brossardt. Der entscheidende positive Effekt sei "das schnellere Hochfahren der Produktion nach der Krise, weil die Unternehmen ihre Belegschaft halten können." In Ländern ohne Kurzarbeit müssten gekündigte Arbeitnehmer nach der Krise erst wieder neu eingestellt werden. "Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld", sagte Brossardt.

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