Donnerstag, 2. April 2020

Mögliche Einschränkungen von Netflix und Gaming Wie Deutschland das Netz vor dem Knock-out bewahren will

Glasfaser-Verteilerpunkt: Die Corona-Krise unterzieht auch die Netze einem Belastungstest.

Seit das Corona-Virus das Land in den Ausnahmezustand versetzt hat, hat sich das Leben von Millionen Bürgern massiv verändert: Schüler können nicht mehr in die Schule gehen, Millionen Angestellte arbeiten aus dem Homeoffice und andere können ihrer Arbeit aufgrund der Einschränkungen mittlerweile gar nicht mehr nachgehen - und müssen sich die Zeit zuhause vertreiben.

Mit drastischen Folgen für die Netze. Alleine das Volumen der Sprachkommunikation hat in den vergangenen Tagen nach Angaben des Verbandes für Telekommunikation und Mehrwertdienste (VATM) um 50 bis 90 Prozent zugelegt. Und auch das Datenvolumen ist deutlich gestiegen. Laut VATM um etwa 10 bis 20 Prozent.

Dabei sei nicht unbedingt die Zahl der Gespräche so massiv in die Höhe geschnellt, erklärte ein Telekom-Sprecher. "Aber die Gespräche dauern deutlich länger und verteilen sich nun über den ganzen Tag hinweg."

Viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten, erleben schon jetzt, dass Telefongespräche zusammenbrechen oder VPN-Verbindungen nicht zustande kommen. Oder die vorhandenen Kapazitäten für ihre Tätigkeiten einfach nicht ausreichen. Auch die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg war angesichts eines massiven Anstiegs von Telefonaten zu Wochenbeginn zeitweise nicht erreichbar und begründete dies mit einer Überlastung des Providers.

Nicht immer haben diese Probleme unbedingt etwas mit den Netzen zu tun - aber dass diese im Zuge der Corona-Krise an ihr Limit stoßen können, zeigen Beispiele aus Spanien, Italien und Frankreich, wo es örtlich immer wieder zu massiven Netzproblemen kam.

Die Deutsche Telekom bekräftigte am Mittwoch indes, dass die Netze stabil liefen und dass man sich bereits seit Monaten auf mögliche Herausforderungen durch Corona vorbereitet habe. Man überwache die Situation kontinuierlich und sei bereit, im Notfall nachzusteuern.

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