Mittwoch, 24. Juli 2019

Trotz schwächelnder Autoindustrie Conti hält an Börsenplänen der Antriebssparte fest

Conti- Chef Elmar Degenhart bestätigte die Prognose für das laufende Jahr. Demnach wäre allenfalls ein leichter Gewinnzuwachs drin, aber auch ein Rückgang um eine halbe Milliarde wäre möglich.

Die Automobilindustrie schwächelt. Doch der Zulieferer Continental hält an seinen Plänen fest, die Antriebssparte an die Börse zu bringen. Die Sparte umfasst Verbrennungs, Hybrid- und Elektronantriebe sowie die die Batterieaktivitäten des Konzerns und soll künftig "Vitesco Technologies" heißen. Um die Aktionäre bei Laune zu halten, steigt die Dividende.

Der Autozulieferer Continental hält trotz des Abwärtstrends an den Automobilmärkten an seinen Plänen für einen Börsengang der Antriebssparte fest. Die Vorbereitungen für einen Teilbörsengang des Geschäftsfelds, das künftig den Namen "Vitesco Technologies" tragen soll, liefen nach Plan, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit.

Angesichts der Umwälzungen in der Automobilindstrie wolle sich Conti so mehr unternehmerische Handlunsgfähigkeit ermöglichen, sagte Konzernchef Elmar Degenhart. Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll trotz des Abwärtstrends an den Automobilmärkten um 25 Cent auf 4,75 je Anteilschein steigen.

In der organisatorisch inzwischen verselbständigten Sparte Vitesco fasst Conti neben dem Geschäft mit Verbrennungsantrieben auch die Hybrid- und Elektronantriebe und die Batterieaktivitäten zusammen. Der Auftragseingang in dem Bereich belief sich 2018 auf rund elf Milliarden Euro, davon entfielen den Angaben zufolge zwei Milliarden auf den Bereich Elektromobilität.

Die Dividendenerhöhung begründete das Management damit, dass der Reingewinn trotz der Turbulenzen im vergangenen Jahr mit 2,9 Milliarden nahezu das Rekordniveau des Vorjahres erreicht habe. "Angesichts der enttäuschenden Marktentwicklung im vergangenen Jahr ist das ein solides Ergebnis", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Die Ausschüttung an die Aktionäre liegt mit 32,8 Prozent etwas über dem von Conti festgelegten Korridor von 15 bis 30 Prozent des Nettogewinns.

Der Aktienkurs war vergangenes Jahr unter anderem wegen zwei Gewinnwarnungen um mehr als 46 Prozent abgerutscht. In diesem Jahr hat das Papier dagegen bisher knapp 20 Prozent zugelegt.

Vorstand bekräftigt Jahresziele

Zahlen zum Tagesgeschäft hatte Conti bereits mitgeteilt. Der Umsatz war vom starken Euro gebremst um 0,9 Prozent auf 44,4 Milliarden Euro gestiegen, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern allerdings um 13,3 Prozent auf 4,12 Milliarden gesunken. Die Verschuldung fährt Conti bereits seit längerem zurück und hat daher nicht mehr so hohe Zinsaufwendungen zu schultern.

Die Jahresziele bekräftigte der Vorstand. Demnach peilt der Zulieferer 2019 eine Ebit-Marge zwischen 8 und 9 Prozent an, nach 9,3 (Vorjahr 10,8) Prozent im Vorjahr. Der Umsatz soll auf 45 bis 47 (44,4) Milliarden Euro steigen. Damit wäre allenfalls ein leichter Gewinnzuwachs drin, aber auch ein Rückgang um eine halbe Milliarde wäre möglich.


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Das neue Geschäftsjahr sei angesichts der anhaltenden Unsicherheiten auf den Märkten erwartungsgemäß verhalten angelaufen, betonte Conti und bekräftigte die vorläufige Prognose von Anfang Januar, wonach die Autoproduktion in der ersten Jahreshälfte sinken dürfte. Als Gründe für den Abwärtstrend nannte Schäfer vor allem die schwächelnde Nachfrage in China und die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa. Dazu kämen noch die unklaren Bedingungen des Brexit.

rei/Reuters/dpa

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