Containerschifffahrt Konjunkturschwäche verstärkt Druck auf Reedereien

Seit der Finanzkrise steckt die Conatinerschifffahrt in der Krise. Durch die neuerliche Eintrübung der Weltkonjunktur verschlechtert sich die Lage erneut. In dieser Woche erwischte es die Reedereien auf einer Kernroute besonders hart. 
Containerschiffe im Hamburger Hafen: Die Branche steckt in der Krise

Containerschiffe im Hamburger Hafen: Die Branche steckt in der Krise

Foto: Fabian Matzerath/ dpa

Hamburg - Die weltweite Containerschifffahrt befindet sich bereits seit einigen Jahren in einer tiefen Krise, ausgelöst vor allem durch den Einbruch des Welthandels nach der Lehman-Pleite 2008 sowie erhebliche Überkapazitäten. Die gegenwärtige Eintrübung der Weltwirtschaft trifft daher eine bereits schwer angeschlagene Branche hart.

Ablesen lässt sich das an der Entwicklung der Frachtraten, der Preise also, die die Eigentümer der Schiffe für die Vermietung ihres Transportraums verlangen können. In vielen Größenklassen befinden sich diese Raten bereits seit Beginn der Krise unter Dauerdruck. Doch jetzt verschärft sich die Lage offenbar nochmals.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, brachen die Frachtraten für 20-Fuß-Standardcontainer auf der viel befahrenen Route zwischen Asien und Europa zuletzt binnen einer Woche um 20,5 Prozent ein. Das sei der heftigste Rückgang, den es bislang innerhalb so kurzer Zeit gab, so die Zeitung.

Kostete die Beförderung eines Containers auf diesem Seeweg zuvor noch 1175 US-Dollar, so sind es gegenwärtig nur noch 934 Dollar, schreibt das Blatt mit Verweis auf den Shanghai Containerized Freight Index (SCFI).

Reedereien haben zu kämpfen

Zwar sind heftige Preisschwankungen in dieser Branche keine Seltenheit, wie auch ein Blick auf den langjährigen Verlauf des SCFI  zeigt. Vor wenigen Wochen beispielsweise stiegen die Raten auf der gleichen Strecke binnen kurzer Zeit steil an.

Laut "WSJ" sind die Reedereimanager aber alarmiert. Die Zeitung zitiert Marktteilnehmer mit der Einschätzung, Frachtraten unterhalb von 1700 Dollar seien nicht nachhaltig. Zum Vergleich: Anfang des Jahres, so die Zeitung, lag die Gebühr auf der Asien-Europa-Strecke noch bei 1765 Dollar je Container.

Zum Hintergrund: Die Frachtraten in der Handelsschifffahrt gelten als wichtiger Indikator für die Lage der Weltkonjunktur. Das gilt insbesondere für die Transportstrecke zwischen Asien und Europa, auf der Schwellenländer wie China oder Südkorea ihre Produkte in Richtung der Konsumenten im europäischen Raum verschiffen. Vor allem vor Weihnachten herrscht auf dieser Strecke gewöhnlich viel Betrieb.

Im aktuellen neuerlichen Einbruch der Frachtraten spiegelt sich laut "WSJ" die Schwäche der Wirtschaft in der Euro-Zone wider. Ebenso schlage durch, dass Japan erneut in eine Rezession gerutscht ist.

Für die großen Reedereien wird es damit nochmals schwieriger, profitabel zu agieren. Von besonders langsamer, spritsparender Fahrweise über den Einsatz moderner, effizienterer Maschinen bis hin zu Kooperationen wie zuletzt jener zwischen dem Branchenprimus Maersk und der Schweizer MSC-Gruppe wurde bereits viel versucht, um Ressourcen zu sparen und Kosten zu senken.

Der Kampf ist jedoch schwierig. Schätzungen zufolge befinden sich immer noch etwa 30 Prozent an Überkapazitäten im Markt. Das Leiden der Branche dürfte also noch eine Weile anhalten. Ebenso wie übrigens auch das Leiden Tausender Kapitalanleger, die über Schiffsfonds in den vergangenen Jahren Milliarden in den Markt gepumpt haben.