Aufklärung von Compliance-Skandalen ThyssenKrupp-Chef wirbt für Amnestieprogramme

Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger: "Wenn man Teil des Systems war, ist die Gefahr groß, angreifbar zu sein."

Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger: "Wenn man Teil des Systems war, ist die Gefahr groß, angreifbar zu sein."

Foto: DPA

Hamburg - ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger rät Unternehmen, die mit großen Compliance-Verstößen zu kämpfen haben, Amnestieprogramme aufzulegen. "Das hat uns geholfen, lückenlos aufzuklären", sagte Hiesinger im Gespräch mit dem manager magazin, dessen neue Ausgabe ab 20. November im Handel ist.

Weiter erklärte der ThyssenKrupp-Chef, dass der in solchen Fällen meist notwendige umfassende Kulturwandel mit einem Manager, der "von außen kommt", leichter falle als mit dem alten Chef. "Man braucht die notwendige Unabhängigkeit, um Seilschaften zu kappen, Hierarchien aufzubrechen und mangelndes Unrechtsbewusstsein zu bekämpfen", so Hiesinger. "Wenn man Teil des Systems war, ist die Gefahr groß, angreifbar zu sein."

Hiesinger führt den Dax-Konzern ThyssenKrupp  seit Anfang 2011. Kurz danach stellte sich heraus, dass das Unternehmen wegen Kartellvergehen und milliardenschweren Fehlinvestments am Rande des Ruins stand. Inzwischen schreibt ThyssenKrupp wieder schwarze Zahlen. Nun will Hiesinger die Marke neu positionieren.

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