Donnerstag, 14. November 2019

Studie zur Konzernbelastung CO2-Steuer würde Dax-Konzerne Milliarden kosten

Braunkohleabbau in Ostdeutschland: Der Ausstoß von Kohlendioxid treibt den Klimawandel voran und soll daher vermieden werden.
Patrick Pleul / DPA
Braunkohleabbau in Ostdeutschland: Der Ausstoß von Kohlendioxid treibt den Klimawandel voran und soll daher vermieden werden.

Was kommt auf die deutschen Großkonzerne zu, sollte die Bundesregierung tatsächlich eine Steuer auf den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids beschließen? Eine Studie gibt eine Antwort, und die lautet in Kurzform: hohe Kosten.

Dax-Unternehmen müssen sich der Studie der Fondsgesellschaft Union Investment zufolge bei einer zusätzlichen Steuer auf Emissionen von Kohlendioxid (CO2) auf milliardenschwere Belastungen einstellen. Für den Fall, dass die Unternehmen ihren CO2-Ausstoß nicht reduzierten, könnten schon bei einer geringen Steuer von 30 Euro je Tonne jährlich insgesamt rund 5,2 Milliarden Euro auf die Konzerne zukommen. Das entspreche 3,7 Prozent des kumulierten operativen Ergebnisses (Ebit) der Dax-Konzerne im Jahr 2018, heißt es in der Ausarbeitung von Union Investment.

Besonders betroffen wären Unternehmen aus der Chemiebranche wie BASF Börsen-Chart zeigen, Covestro Börsen-Chart zeigen oder Linde Börsen-Chart zeigen, Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen aus der metallverarbeitenden Industrie oder die Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen, Continental Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen sowie aus dem Baugewerbe HeidelbergCement Börsen-Chart zeigen.

"Aus Investorensicht stellt sich die Frage, wie schnell ein Unternehmen seine CO2-Emissionen senken kann", erklärte Union-Investment-Experte Henrik Pontzen. "Mittel- bis langfristig ist entscheidend, wie schnell Unternehmen ihre Energieversorgung anpassen, ihr Geschäftsmodell modifizieren und inwieweit sie die zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergeben können."


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Gute Chancen rechnet Pontzen dabei den Konzernen Continental Börsen-Chart zeigen, Infineon Börsen-Chart zeigen, Fresenius Börsen-Chart zeigen, Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen aus. Diese könnten mittelfristig von einer Besteuerung profitieren. Sie verbrauchten aktuell zwar viel Strom, doch sie dürften technisch in der Lage sein, ihre Emissionen deutlich schneller zu senken als andere Unternehmen.

Die Bundesregierung will am 20. September ihr Klimaschutzpaket beschließen. Darüber wollen CDU, CSU und SPD am Donnerstag erneut in einem Koalitionsausschuss beraten. Reuters-Informationen zufolge wird das Klimapaket in den kommenden vier Jahren 40 Milliarden Euro oder sogar noch mehr kosten. Zur Finanzierung soll unter anderem ein Preis für den CO2-Ausstoß eingeführt werden, eine sogenannte CO2-Steuer.

cr/rtr

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