Samstag, 18. Januar 2020

Nach Rückzug aus drei deutschen Städten Deutsche-Bahn-Tochter Clevershuttle findet neuen Investor

Wasserstoff-Auto von Clevershuttle: Der japanische Konzern Mitsui steigt mit 12 Prozent bei dem Fahrdienstleister ein

Noch vor wenigen Tagen musste der Berliner Fahrdienstleister Clevershuttle eine Niederlage verkünden: Aus wirtschaftlichen Gründen und wegen Schwierigkeiten mit Behörden hat das Unternehmen sein Angebot in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart eingestellt.

Nun wartet Clevershuttle allerdings mit einer Erfolgsmeldung auf: Der japanische Mischkonzern Mitsui ist bei dem Fahrdienstleister eingestiegen. "Das Unternehmen beteiligt sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) an der hinter Clevershuttle stehenden GHT Mobility GmbH", teilte ein Sprecher am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts".

Der Mischkonzern Mitsui hält künftig etwa 12 Prozent. Der Anteil der Deutschen Bahn, dem weiterhin größten Teilhaber an Clevershuttle, verringert sich damit von 80 auf 76 Prozent. Die Gründer des Start-ups halten fortan ebenfalls 12 Prozent.

In Hamburg machte VWs Moia dem Unternehmen den Garaus

Clevershuttle bietet seit der Gründung im Jahr 2015 das sogenannte Ridesharing an, bei dem mehrere Fahrgäste mit ähnlichem Ziel auf der Strecke eingesammelt werden und sich die Fahrt teilen. Kunden nutzen den Service grundsätzlich mit einer App fürs Smartphone und entsprechender Registrierung. Die Fahrzeugflotte besteht aus Elektro- und Wasserstoffautos.

Bislang war Clevershuttle in acht deutschen Städten aktiv. Anfang der Woche teilte das Unternehmen mit, den Dienst in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart beendet zu haben. Als Gründe wurden Schwierigkeiten mit Behörden in Stuttgart und Frankfurt genannt.

In Hamburg musste sich das Unternehmen offensichtlich dem neuen Wettbewerber Moia geschlagen geben. Der Fahrdienst des Autobauers Volkswagen Börsen-Chart zeigen hat sein Angebot mit den goldfarbenen Elektro-Kleinbussen vor einem halben Jahr in der Hansestadt gestartet und will es aufgrund der hohen Nachfrage nun sogar ausbauen.


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Der Betrieb in Berlin, Kiel, Leipzig, Dresden und München soll normal weiterlaufen. Ende November will das Unternehmen zudem in Düsseldorf an den Start gehen.

mg/dpa-afx

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