Samstag, 14. Dezember 2019

Drogenvorwürfe gegen Cirque-du-Soleil-Gründer Hanfanbau auf Privatinsel - Guy Laliberté festgenommen

Guy Laliberte auf seiner Privatinsel Nukutepipi

Weil er auf seiner Privatinsel im Pazifik Cannabis angebaut haben soll, ist der Gründer des Zirkusunternehmens Cirque du Soleil in Französisch-Polynesien festgenommen worden. Guy Laliberté (60) befinde sich in polizeilichem Gewahrsam, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Im Laufe des Mittwoch sollte der Kanadier einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Laliberté bestreitet die Vorwürfe.

Seinem Umfeld zufolge kam Laliberté freiwillig einer Vorladung der Polizei nach. Sein Unternehmen Lune Rouge teilte mit, der Milliardär nutze Cannabis lediglich zu medizinischen und "streng persönlichen" Zwecken. Er baue die Pflanze auf seiner Privatinsel Nukutepipi nicht zu kommerziellen Zwecken an. "Guy Laliberté distanziert sich vollständig von allen Gerüchten, die ihn mit dem Verkauf oder Handel mit Drogen in Verbindung bringen", hieß es in der Erklärung.


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Dem Sender Polynésie Première zufolge hatte die Polizei bereits vor Wochen einen Mitarbeiter Lalibertés zu Drogenvorwürfen befragt. Dabei sollen auch Bilder von Cannabis-Plantagen auf dem Handy des Befragten gefunden worden sein.

Guy Laliberté hatte als Straßenkünstler begonnen und 1983 mit Freunden und Geld der Provinz Québec den Cirque du Soleil gegründet, der als Zirkus ohne Tiere und Manege zur Weltmarke aufstieg. Die Mehrheit der Anteile verkaufte Laliberté ab 2008 an Staats-Holdings aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und den US-Finanzinvestor TPG Capital. Das Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen aktuell auf eine Milliarde Dollar. 2012 waren es noch 2,6 Milliarden Dollar.

Zu seinem 50. Geburtstag 2009 sorgte Laliberté mit einem privaten Weltraumflug zur Internationalen Raumstation ISS für Aufsehen. Auch als Poker-Spieler machte er im vergangenen Jahrzehnt Furore. Die 2,3 Quadratkilometer große Atoll-Insel Nukutepipi im Tuamotu-Archipel östlich von Tahiti hatte er bereits 2007 erworben, als "superangenehmer" Rückzugsort für seine Familie auch im Fall einer globalen Katastrophe. Inzwischen ist dort ein Luxus-Resort entstanden.

ak/afp

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