Mittwoch, 1. April 2020

Christopher Street Day in Köln Wann werden endlich auch unsere Büros bunter?

Schwule und Lesben, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle haben im Job immer noch mit Diskriminierung zu kämpfen

Zum Christopher Street Day werden Schwule und Lesben wieder auf den Straßen von Köln tanzen, ein frohes, buntes Fest feiern. In der Gesellschaft ist das Thema Diversity angekommen, in deutschen Unternehmen wird dagegen unter diesem Schlagwort nur ein begrenzter Ausschnitt sozialer Vielfalt verstanden: Alter, Behinderung, Herkunft und religiöse Überzeugung sind typische Diversity-Aspekte. Schwule und Lesben, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle (kurz: LGBTI) kommen im Diversity Management sehr häufig nicht vor. Warum eigentlich nicht?

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    Sascha Kuhn ist Partner sowie Wirtschafts- und Steuerstrafrechtler bei der Kanzlei Simmons & Simmons und Regionalkoordinator Düsseldorf des Völklinger Kreises, des bundesweiten Berufsverbands für schwule Führungskräfte und Selbstständige.

Am deutschen Diversity-Tag am 7. Juni haben viele Unternehmen die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Zunehmend machen sie sich Gedanken darüber, wie Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen sind. Mitarbeiternetzwerke kämpfen aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit am Arbeitsplatz. Alles gut, alles fein. Aber das reicht leider nicht. Denn noch immer gibt es blinde Flecken im Diversity Management vieler Unternehmen. Vor allem, wenn es um die sexuelle Orientierung der Mitarbeiter geht, wird es schnell ruhig in den Chefetagen. Konkret geht es hierbei um die Schaffung eines wertschätzenden Arbeitsumfeldes für LGBTI-Menschen.

Eine aktuelle Studie des Völklinger Kreises (dem Bundesverband schwuler Führungskräfte) zum Diversity Management in deutschen Unternehmen und der Verwaltung hat aufgezeigt, dass das Thema LGBTI in vielen Unternehmen, die sich grundsätzlich um Diversity kümmern, nur nachrangig behandelt wird. Während mehr als 80 Prozent die Themenfelder "Frauen" sowie "Geistige und körperliche Behinderung" als wesentliche Bereiche ihrer Diversity-Bemühungen definieren, spielt das Thema LGBTI bei nur etwas mehr als 50 Prozent der Unternehmen überhaupt eine Rolle.

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