USA lassen Chloroquin gegen Covid-19 zu Trump will Bayer-Mittel "fast sofort" in die USA bringen

Corona-Briefing von Donald Trump mit Vizepräsident Mike Pence und FDA-Chef Stephen Hahn (r) am Donnerstag

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Die USA lassen ein herkömmliches Malaria-Mittel als Medikament gegen Coronavirus-Erkrankungen zu. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag im Weißen Haus, die Medikamentenbehörde FDA habe die vom deutschen Bayer-Konzern hergestellte Arznei Chloroquin zur Behandlung von Coronavirus-Patienten zugelassen. Das Medikament solle bald gegen Rezept ausgegeben werden.

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"Fast sofort" werde das Medikament verfügbar sein, sagte Trump bei dem täglichen Corona-Briefing im Weißen Haus. Die Arzneimittelbehörde Food and Drug Authority (FDA) werde klinische Studien starten, um die von Ärzten behauptete Effektivität des Mittels zur Heilung von Covid-19 zu untersuchen, ergänzte FDA-Chef Stephen Hahn. Wichtigste Aufgabe derzeit sei die Suche nach einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Der aber werde noch lange nicht verfügbar sein.

Bayer teilte am Abend mit, drei Millionen Tabletten an die USA gespendet zu haben. Der Konzern hatte gegenüber manager magazin bereits am Mittwoch erklärt, in Gesprächen mit den US-Behörden zu sein.

Das schon 1934 vom Bayer-Vorläuferkonzern IG Farben entwickelte und derzeit fast nur in Pakistan erhältliche Malaria-Mittel ist auch in Europa als Arznei gegen das Coronavirus im Gespräch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch, die Regierung habe beim Pharmakonzern Bayer  bereits "größere Mengen Chloroquin reserviert".

"Gleichzeitig begleiten unsere Behörden alle Studien dazu mit Hochdruck", sagte Spahn den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Wir wollen schnell wissen, ob dieses Medikament bei Corona hilft." In Tübingen und an der Berliner Charité werden klinische Studien geplant oder erwogen. In China läuft bereits eine Laborstudie. Dort und in anderen Ländern wurde das Medikament bereits versuchsweise an Corona-Patienten erprobt.

Die von Stechmücken auf Menschen übertragene Malaria gilt als eine der tödlichsten Infektionskrankheiten vor allem in armen Ländern. Zuletzt wurden jährlich mehr als 200 Millionen Fälle und mehrere hunderttausend Tote gezählt. Pakistan, das über hohe Lagerbestände an Chloroquin verfügt, müsste einem Export zustimmen.

Als eine Alternative gilt das Mittel Remesdevir, das von dem US-Biotechriesen Gilead Pharmaceuticals produziert wird. Auch dieses ist zur Behandlung einer anderen Infektionskrankheit gedacht: des Ebolafiebers, das noch bis diesen Monat in Ostafrika grassierte.

ak/afp/reuters
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