Sonntag, 26. Mai 2019

So managen Sie den digitalen Wandel Wie Manager "Change" bewältigen

2. Teil: Regisseur - Warum Führungskräfte den Mitarbeitern Rollen zuteilen sollten

Aufgrund der hohen Komplexität und des ständigen Wandels reicht das allgemein gehaltene, von vielen Change-Verantwortlichen nach wie vor genutzte Modell, "alle Beteiligte zu Betroffenen" zu machen, nicht mehr aus, um erfolgreiche Veränderungsprozesse zu steuern.

Es ist vielmehr Aufgabe der Führungskräfte, bewusste Entscheidungen zu treffen, wen sie in welcher Form an einem Change-Projekt beteiligen wollen. Wo führen sie top-down, wo bottom-up? Welche Entscheidungskompetenzen übertragen sie, wie verteilen sie diese? Nicht immer ist es sinnvoll, alle Betroffenen gleich einzubinden, wie bisher propagiert.

Erfolgreiche Veränderungsprojekte können sehr wohl in einem spezifischen Team starten und von dort aus Stück für Stück auf weitere Mitarbeiter und Prozesse im Unternehmen übertragen werden. Dies ermöglicht es den Führungskräften, vor allem mit den wirklich Fähigen und Willigen zu arbeiten, mit denen sich komplexe Veränderungen umsetzen und damit rasch in Ergebnisse verwandeln lassen.

Nicht alle müssen an allem teilnehmen

Entscheidend ist der Grundsatz: Partizipation ist kein Selbstzweck. Der spezifische Kontext - z. B. Wie schnell muss es gehen? Wer kann am ehesten zur Lösung der Fragestellung beitragen? - ist Grundlage für die Entscheidungen der Führungskräfte.

Dies kann auch zur Folge haben, dass Mitarbeiter sehr wohl nicht partizipieren dürfen. Zum Beispiel bei der Entwicklung einer Strategie. Oder dass sie nur Teil-Entscheidungen treffen dürfen, wenn es beispielsweise um das Wie der Implementierung dieser Strategie in ihrer Abteilung geht.

Wird den Mitarbeitern transparent erläutert, warum sie zu welchem Grad einbezogen werden, verstehen und akzeptieren sie die ihnen zugewiesenen Rollen. Natürlich ist es von großer Bedeutung, dass Führungskräfte hier frühzeitig erkennen, wer welche Rollen optimal ausfüllt. Denn Fehlzuweisungen machen sich rasch bemerkbar: Spätestens, wenn der Gesamtprozess ins Stocken geraten ist.

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