Mittwoch, 18. September 2019

Mittelstand kämpft mit Digitalisierung Digi-wie bitte?

Auch Angela Merkel und der Schweizer Präsident Johann Schneider-Ammann scheinen skeptisch.

2. Teil: Warum die Digitalisierung in kleinen Betrieben oft scheitert

"Die alteingesessenen Handwerker stecken oft in ihrem Hamsterrad zwischen Kunden und Aufträgen fest und schieben die Digitalisierung auf die junge Generation ab", sagt Julia Kasper, die die Tischlerplattform holzgespür.de gegründet hat.

Zudem kritisiert sie, dass auch die handwerklichen Ausbildungen keinerlei digitales Know-how vermitteln und die Lehrlinge deshalb im Arbeitsleben kaum in digitalen Geschäftsmodellen denken. "Der Auszubildende in der Tischlerei meines Vaters hat Abitur. Trotzdem lernt er jetzt in der Berufsschule in Deutsch die Kommasetzung und keinerlei Informatik.", so Kasper.

Nicht nur im Handwerk stößt das ambitionierte Vorhaben zur "Digitalen Transformation" an seine Grenzen. Auch "der Mittelstand hat Big Data und die Cloud noch nicht für sich entdeckt", so Dr. Christian Schröder, Wissenschaftler beim Institut für Mittelstandsforschung und Autor der Studie "Herausforderungen von Industrie 4.0 für den Mittelstand".

Nur 5 Prozent der Mittelständler sind vollkommen vernetzt

Laut Studie sind nur 5 Prozent der Mittelständler vollkommen vernetzt, je kleiner ein Unternehmen, desto größer sei die Hürde zur Digitalisierung. Laut Schröder schrecken die KMU aus Angst vor Sicherheitslücken und mangelnder Strategie vor der Digitalisierung zurück.

Obwohl die Cebit auf ihrem Campus Mittelstand auch versucht, auf diese Bedenken der Führungspositionen einzugehen, erreichen sie viele der Mittelständler nicht. Laut Christian Schröder haben nur ein Drittel der KMU konkrete Pläne, sich zu digitalisieren, der restliche Teil wird sich daher von dem Angebot der Cebit kaum angesprochen fühlen. Verbände und Vertreter des Mittelstandes wie der DMB versuchen in zahlreichen Initiativen zusammen mit der Bundesregierung ihre Mitglieder zu mehr Offenheit zu bewegen.

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Dennoch ist Schröder, wie auch Mittelstandsvertreter Tenbieg und Gründerin Kasper, der Überzeugung, dass die deutschen Unternehmen die Digitalisierung nicht verpassen dürfen und umdenken müssen. Dieses Umdenken muss der erste Schritt sein, bevor Cloud-, CRM-, ECM- und viele weitere Systeme sinnvoll eingesetzt werden können.

"Handwerker stecken oft im Hamsterrad fest": Julia Kasper, Gründerin der Tischlerplattform holzgespür.de
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"Handwerker stecken oft im Hamsterrad fest": Julia Kasper, Gründerin der Tischlerplattform holzgespür.de

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