Mittwoch, 27. Mai 2020

Ringen um Waffenschmiede Luxemburger Investor will Heckler & Koch übernehmen

Heckler & Koch-Schriftzug am Firmensitz in Oberndorf, Baden-Württemberg: Eine Finanzholding aus Luxemburg ist an der Mehrheit bei der Waffenschmiede interessiert.

Der Waffenhersteller Heckler & Koch steht vor einer Übernahme durch eine Luxemburger Finanzholding. Die Compagnie de Développement de l'Eau (CDE) gab am Mittwoch auf Nachfrage bekannt, dass sie Interesse an der Mehrheit an dem Unternehmen aus Baden-Württemberg habe. Sie habe einen "langfristigen Anlagehorizont" und wolle den von der Geschäftsführung eingeschlagenen Kurs fortsetzen, demzufolge H&K seine Waffen nur noch an demokratische und nichtkorrupte Nato-Staaten sowie Nato-nahe Staaten verkaufen will. Seit 2015 hält die CDE den Angaben zufolge 5,1 Prozent am Stammkapital der Waffenschmiede.

Bisher gehört dem deutschen Investor Andreas Heeschen die Mehrheit an der Firma. Er hatte bereits im November verlauten lassen, dass er die Mehrheit an einen anderen Aktionär abgeben will - an wen, blieb offen. Nun ist das Rätselraten beendet.

Hinter der CDE steht der französische Investor Nicolas Walewski mit dem Privatvermögen seiner Familie, als Treuhänder dieses Vermögens ist ein französischer Anwalt mit Sitz auf der Karibikinsel Barbados tätig. Die Bundesregierung prüft noch, ob sie grünes Licht gibt für die Übernahme - bei Rüstungskonzernen hat Berlin hierbei das letzte Wort.

Am Donnerstag kommen die Aktionäre von H&K in Rottweil zu einer außerordentlichen Hauptversammlung zusammen. Das Treffen wird mit Spannung erwartet,weil die CDE hierbei die Abwahl des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Harald Kujat beantragt hatte. Noch-Mehrheitseigner Heeschen will den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr hingegen im Amt behalten und zudem - ebenfalls gegen den Widerstand der CDE - einen eigenen Sitz im Aufsichtsrat haben.

cr/dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung