Sonntag, 15. Dezember 2019

CBS und Viacom fusionieren in Milliardendeal Ein neuer US-Medienriese entsteht

CBS Broadcast Center in New York City: Neue Partnerschaft angekündigt
Drew Angerer/ AFP
CBS Broadcast Center in New York City: Neue Partnerschaft angekündigt

In den USA entsteht ein neuer Medienriese. Die Konzerne CBS und Viacom wollen fusionieren. Es entstehe ein Unternehmen, das künftig die Produktion von Kinofilmen und Serien sowie Kabelfernsehen aus einer Hand anbieten wird. Die Fusion wird über einen Aktientausch durchgeführt, teilten die beiden Unternehmen mit. Das Resultat sei eines "der führenden Unternehmen der Unterhaltungsindustrie" mit einem Umsatz von zusammengerechnet mehr als 28 Milliarden US-Dollar.

Der neue Konzern betriebe ebenso Fernsehsender unter anderem in Großbritannien, Argentinien und Australien, Inhalten in 45 Sprachen. Den Marktwert der neuen ViacomCBS Inc. taxieren Analysten auf 30 Milliarden Dollar.

Im Vergleich zu Branchengrößen wie Netflix, Walt Disney oder Comcast ist die fusionierte Firma jedoch relativ klein. Diese sind an der Börse zwischen 135 und 245 Milliarden Dollar wert. Zu dem neuen Unternehmen gehören unter anderem den TV-Sender CBS, das Kinostudio Paramount Pictures sowie die bekannten Fernsehsender MTV, Nickelodeon, Comedy Central und der Pay-TV-Sender Showtime.

Beide Firmen waren schon einmal eine Einheit

Sowohl Viacom wie auch CBS werden von National Amusements Inc. kontrolliert, der Holdinggesellschaft des Milliardärs Sumner Redstone und seiner Tochter Shari. Shari Redstone, Präsidentin von National Amusements, hatte in den vergangenen Jahren drei Versuche unternommen, die beiden Firmen zu fusionieren, war aber immer wieder gescheitert. Sie soll Verwaltungsratschefin des neuen Medienriesen werden.

"Mein Vater sagte einst, 'Inhalt ist König', und das war noch nie so wahr wie heute", sagte Redstone. "Wir werden eine Multiplattform-Medienorganisation von Weltrang etablieren, die gut aufgestellt ist, in einer sich schnell verändernden Industrie weiter zu wachsen."

Sumner Redstone hatte beide Firmen einst durch eine Serie von Fusionen und Übernahmen erst aufgebaut, dann aber vor mehr als einem Jahrzehnt getrennt - insofern ist die Fusion auch eine Art Wiedervereinigung.

rei/jok/dpa/AFP

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