Montag, 21. Oktober 2019

Chefsuche beendet Carsten Spohr wird neuer Lufthansa-Chef

Schon länger an Bord: Carsten Spohr ist seit 1994 bei der Lufthansa und wird jetzt ihr Vorstandschef

Die Suche nach einem neuen Lufthansa-Chef ist beendet. Der Leiter des Passagiergeschäfts, Carsten Spohr, wird ab Mai den Konzern führen. Investoren zeigen sich erleichtert, doch gibt es auch leise Kritik an Aufsichtsratschef Mayrhuber.

Berlin/Frankfurt am Main - Die Lufthansa beruft den Leiter des Passagiergeschäfts, Carsten Spohr, zum neuen Konzernchef. Der Aufsichtsrat habe Spohr als Nachfolger von Christoph Franz ernannt, teilte die Lufthansa am Freitag mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht von manager magazin.

Der 47 Jahre alte Manager, der seit zwei Jahrzehnten bei der Kranich-Airline arbeitet, wird das Amt zum 1. Mai übernehmen. Sein Position als Chef von Lufthansa Passage werde bis dahin neu besetzt.

Spohr (47) leitete bisher als einfaches Vorstandsmtglied das Ressort Passage, in dem das Gros der Verkehrsfliegerei der Lufthansa zusammengefasst ist. Spohr verdankt seine Wahl offenbar starken internen Stimmen.

Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber hatte lange nach externen Kandidaten fahnden lassen, was ihm einige Kritik einbrachte. Allerdings hatten Kenner von Anfang an bezweifelt, dass es gelingen würde, außerhalb der Lufthansa Börsen-Chart zeigen eine neue Spitzenkraft zu finden.

manager magazin hatte die bereits Ende November gemeldet, dass Spohr die Nachfolge des scheidenden Lufthansa-Chefs Christoph Franz antreten werde. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass auch Ex-Telekom-Chef René Obermann die Nachfolge von Franz antreten könnte. Investoren hatten sich daraufhin erneut für Spohr als Nachfolger stark gemacht.

Franz hatte angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Er wechselt zum Schweizer Pharmakonzern Roche Börsen-Chart zeigen .

"Mayrhubers Start als Aufsichtsratschef nicht gerade glücklich"

Bei Investoren kam die Nachricht gut an, die Aktie der Lufthansa legte am Freitag mehr als 1 Prozent zu. Auch institutionelle Investoren zeigten sich zufrieden mit der Wahl Spohrs: "Carsten Spohr ist aus unserer Sicht eine vernünftige Lösung. Er ist im Konzern bestens vernetzt und hat das Restrukturierungsprogramm von Herrn Franz bereits als Passage-Chef mitgetragen", sagte Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment.

Allerdings gab es auch Kritik an der recht langen Hängepartie seit dem angekündigten Abgang von Christoph Franz. "Wichtig war für uns, dass es einen strukturierten Nominierungsprozess gegeben hat, der natürlich seine Zeit braucht", sagte Speich. "Herrn Mayrhubers Start als Aufsichtsratschef war nicht gerade glücklich. Er wollte sich keine übereilte Entscheidung vorwerfen lassen."

Spohr müsse als Konzernchef jetzt sein Profil schärfen, so der Fondsmanager von Union Investment. Spohr brauche eine eigene Agenda und eine strategische Vision, wie es mit der Kranich-Airline weitergehen soll.

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