Nahverkehrskosten steigen Bus- und Bahntickets teurer trotz günstiger Energie

Ob Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn und Regionalzüge - Nahverkehrskunden müssen bald wieder mehr für ihre Fahrscheine bezahlen. Und das trotz steigender Zuschüsse von Bund und Ländern. Dieses Mal sind nicht die Energiepreise der Grund.
Von mm-newsdesk
Bis zu 2,9 Prozent mehr müssen Kunden des Nah- und Regionalverkehrs künftig zahlen

Bis zu 2,9 Prozent mehr müssen Kunden des Nah- und Regionalverkehrs künftig zahlen

Foto: Lukas Schulze/ picture alliance / dpa

Die tägliche Fahrt mit Bus und Bahnen wird auch in diesem Winter wieder teurer. Die großen Verkehrsverbunde verlangen für ihre Fahrscheine dann durchschnittlich zwischen rund 1,8 Prozent und 2,9 Prozent mehr, ergibt eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur. Damit fällt die diesjährige Preisrunde im Nah- und Regionalverkehr zwar geringer aus als in den Vorjahren, was an gesunkenen Energiekosten liegt. Die Aufschläge liegen jedoch deutlich über der Inflationsrate.

Der Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen rechnet damit, dass die Fahrscheine durchschnittlich 2,4 Prozent teurer werden - nach 3,5 Prozent im Vorjahr. Gründe seien höhere Betriebs- und Personalkosten. Weil immer mehr Menschen in Busse und Bahnen steigen, müsse auch mehr Geld in neue Fahrzeuge und Infrastruktur investiert werden, hieß es.

Angesichts starker Konkurrenz durch Busse und Billigflieger hält die Deutsche Bahn die Preise in ICE- und Intercity-Zügen weitgehend stabil. Im Regionalverkehr verlangt das Bundesunternehmen durchschnittlich 0,9 Prozent mehr; das betrifft jedoch nur etwa jeden fünften Kunden. Wer innerhalb von Verkehrsverbunden unterwegs ist, zahlt den Tarif, den die zugehörigen Kommunen festlegen.

Fahrten im Fernverkehr werden kaum teurer

Den geringsten Aufschlag gibt es hier in diesem Jahr in und um Berlin und Frankfurt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg legt im Schnitt 1,84 Prozent drauf, der Rhein-Main-Verkehrsverbund 1,85 Prozent. Dass die Erhöhung meist schwächer ausfällt als in den Vorjahren liegt daran, dass sie oft auf Indizes beruht, die die Energiepreise für Strom und Diesel berücksichtigen.

Zum Beispiel die Hamburger Verkehrsbetriebe: Ihr Index folgt großteils den Verbraucherpreisen, zu gut einem Drittel fließen aber auch die Personalkosten ein, die Energiekosten gesondert noch zu gut acht Prozent. Höhere Löhne und Gehälter haben damit jedoch mehr Gewicht als der gefallene Dieselpreis. So ergibt sich ein Aufschlag von durchschnittlich 1,9 Prozent. Der Berliner Index berechnet sich über fünf Jahre - deshalb macht sich der gesunkene Ölpreis nur wenig bemerkbar.

In Stuttgart und Umgebung kosten Fahrscheine 2,5 Prozent mehr - auch hier vor allem um das dreiprozentige Lohnplus im öffentlichen Dienst aufzufangen, wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart mitteilte.

München/Großraum Köln +2,8 Prozent, Düsseldorf +2,9 Prozent

Fahrgäste im Verbund Rhein-Sieg, dem Großraum Köln, müssen wie im Vorjahr noch einmal 2,8 Prozent mehr berappen. "Zugegeben, der Nahverkehr ist nicht billig", räumten die Verantwortlichen nach dem Beschluss ein. Auch München legt 2,8 Prozent drauf, in Düsseldorf und dem Ruhrgebiet sind es 2,9 Prozent.

Vor wenigen Tagen hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass der regionale Bahnverkehr mehr Geld vom Bund bekommt. Die sogenannten Regionalisierungsmittel sollen 2016 auf acht Milliarden Euro steigen. Zudem soll der Zuschuss jährlich um 1,8 Prozent angehoben werden, um steigende Kosten für Trassen, Energie und Personal auszugleichen. Mit dem Geld, das aus der Mineralölsteuer stammt, können die Länder oder regionale Verkehrsverbunde Bahnlinien bestellen.

rei/dpa
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