Mittwoch, 1. April 2020

Milliarden-Übernahme Burger King will ins Steuerparadies Kanada flüchten

Auf dem Sprung ins Nachbarland: Burger King will nach einer Übernahme seinen Sitz nach Kanada verlegen und Steuern sparen

Der Fast-Food-Riese Burger King will die kanadische Donut-Kette Tim Hortons übernehmen und die Zentrale nach Kanada verlegen. Dort sind die Steuern deutlich niedriger. Widerstand aus Washington ist wahrscheinlich.

Miami - Die amerikanische Fast-Food-Kette Burger King erwägt eine Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons und eine Verlegung ihrer Zentrale nach Kanada. In einer gemeinsamen Stellungnahme bestätigten die beiden Firmen einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal". In der Mitteilung heißt es: "Die neue börsennotierte Firma hätte ihre Zentrale in Kanada, dem größten Markt der gemeinsamen Firmen."

Die Unternehmen würden es nach Angaben des "Wall Street Journal" gemeinsam auf einen Marktwert von rund 18 Milliarden Dollar bringen. Gemeinsam brächten es die Firmen auf einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Dollar. Sie hätten 18.000 Restaurants in 100 Ländern und wären damit nach eigenem Bekunden das drittgrößte Fast-Food-Unternehmen der Welt.

Vom Gesamtwert entfielen etwa 8,4 Milliarden Dollar auf Tim Hortons, das derzeit die größte Restaurantkette Kanadas ist. Burger King ist nach McDonald's Börsen-Chart zeigen der zweitgrößte Burgerbrater der Welt.

Dabei gingen die Geschäftsmodelle der beiden Unternehmen zuletzt auseinander. Tim Hortons baute in seinen 4500 Filialen, schwerpunktmäßig in Nordamerika, das Angebot aus. So konnten die Kanadier im ersten Halbjahr Gewinn und Umsatz im umkämpften Markt steigern. Dagegen läuft bei Burger King ein hartes Sparprogramm. Der Konzern dünnt sein Angebot in den Restaurants aus. Das drückt auf den Umsatz, senkt aber die Kosten und treibt so den Gewinn an.

Obama will das Steuerschlupfloch bei Übernahmen schließen

Die Rahmenbedingungen für den Zusammenschluss müssten noch ausgehandelt werden, hieß es weiter. Klar ist aber schon, dass die Beteiligungsgesellschaft 3G Capital als bisheriger Burger-King-Hauptaktionär auch die Mehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten will. Den Rest sollen die Anteilseigner von Tim Hortons und die übrigen Burger-King-Aktionäre bekommen. 3G hält 70 Prozent an Burger King.

Burger King geht es bei der möglichen Übernahme vor allem um die Aussicht, die eigenen Steuern deutlich zu drücken. Die Unternehmenssteuerquote in Kanada liegt laut Daten der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG bei 26,5 Prozent, in den USA sind es rund 40 Prozent. Zugleich machen es US-Gesetze Konzernen bislang relativ leicht, dem aus dem Weg zu gehen.

Der geplante Deal dürfte in der US-Politik auf scharfe Kritik stoßen. In jüngster Zeit hatten bereits andere Unternehmen ihre Zentrale über Fusionen ins Ausland verlagert, darunter die Pharmafirmen AbbVie und Mylan.

Die US-Regierung prüft nun Schritte, um weitere Abwanderungen zu verhindern. Präsident Barack Obama warf den Firmen einen Mangel an "wirtschaftlichem Patriotismus" vor. Er will das Steuerschlupfloch Übernahme zwar schließen, bislang scheiterte er aber am Widerstand der Republikaner, die Zugeständnisse an anderen Stellen der Steuerpolitik verlangen.

dab/ts/rei/dpa

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