Dienstag, 2. Juni 2020

Neustart der Bundesliga als internationaler Pionier Leere Stadien - Rekordquote für Sky

Der erste Torjubel der neuen Ära: Borussia-Dortmund-Spieler Erling Braut Haaland feiert sein 1:0 gegen Schalke mit Abstand vor leeren Rängen
Martin Meissner / Pool via Reuters
Der erste Torjubel der neuen Ära: Borussia-Dortmund-Spieler Erling Braut Haaland feiert sein 1:0 gegen Schalke mit Abstand vor leeren Rängen

Der Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga hat dem TV-Sender Sky eine Rekordquote beschert. Mehr als fünf Millionen Fans sahen die Liveübertragungen der Spiele am Samstag im TV und im Livestream. Das gab Sky am Sonntagnachmittag bekannt.

3,81 Millionen schalteten am Samstagnachmittag bei der Konferenz und den Einzelspielen ein. Allein 2,45 Millionen verfolgten die frei empfangbare Konferenz bei Sky Sport News HD. Der Marktanteil am Nachmittag lag bei 27,2 Prozent. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte Sky sogar einen Marktanteil von 60,3 Prozent.

Sky bejubelte den nach eigenen Angaben "reichweitenstärksten Bundesliga-Samstag der Sendergeschichte". Sportchef Jacques Raynaud sagte, "mit dem Comeback sind wir äußerst zufrieden". Das Abendspiel von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach im Pay-TV lag mit 789.000 Interessierten auf dem üblichen Level.

Die ARD-"Sportschau" kam mit ihren Spiel-Zusammenfassungen im Schnitt auf 4,11 Millionen Fans und erreichte einen Marktanteil von 19,1 Prozent. 2,11 Millionen Zuschauer waren am späten Abend im ZDF beim "Aktuellen Sportstudio" dabei, der Marktanteil lag bei 11,7 Prozent.

Auch international wurde der erste Neustart einer großen Fußballliga viel beachtet, wenngleich am Sonntag nicht klar war, ob das von Bayern-München-Chef Karl-Heinz Rummenigge erwartete "Milliardenpublikum" zustande kam. Die Bundesliga wurde selbst in Kleinstaaten übertragen, der britische Sender BT Sports zeigte alle Spiele.

Reporter mit Masken, Interviews mit Sicherheitsabstand und Ruhe wie bei einem Kreisliga-Spiel - die TV-Übertragungen vom Geisterspiel-Start der Fußball-Bundesliga nach zweimonatiger Corona-Zwangspause wirkten bisweilen bizarr.

Einigung trotz Zahlungsverzugs - DAZN zeigt Montagsspiel

Am Sonntag wurde auch der TV-Blackout für den Montagabend abgewendet. Die Live-Übertragung der Partie Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen werde im Streamingdienst DAZN gezeigt, teilte die Deutsche Fußball Liga über Twitter mit. "Hinsichtlich weiterer Spiele befindet sich die DFL in Gesprächen." Lange Zeit stand eine Übertragung der letzten Partie des 26. Spieltags auf der Kippe. Hintergrund des Problems ist ein Streit um den TV-Vertrag zwischen dem Konzern Eurosport/Discovery und der DFL.

DAZN hat eine Sublizenz vom Spartensender Eurosport erworben, der sich in der bisher letzten Ausschreibung die Rechte für insgesamt 40 Punktspiele live gesichert hatte: für die 30 Bundesliga-Partien am Freitag, jeweils fünf am Sonntag und Montag.

Nach zwei Spielzeiten mit mäßigem Zuschauererfolg hatte sich Eurosport im vergangenen Sommer gegen die weitere Nutzung der Rechte entschieden und einen Kontrakt mit DAZN abgeschlossen. Bisher hat Eurosport nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die letzte TV-Rate der laufenden Saison nicht bezahlt - und DAZN nicht seinen Anteil an den Eurosport-Mutterkonzern Discovery.

ak/sid/dpa

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