Montag, 22. Juli 2019

Superschnellzug HS2 Tempo 400 - wie die Briten ihre Eisenbahn neu erfinden

Superzug HS2: Der Briten-Blitz in Bildern
DPA

Großbritannien macht ernst mit dem Bau einer neuen Schnellzug-Trasse. In einigen Jahren sollen Passagiere in gut zweieinhalb Stunden von London nach Glasgow fahren. Angestrebt ist eine Reisegeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern.

Hamburg - Wer in Großbritannien mit dem Zug fährt, spürt oft, dass er im Mutterland der Eisenbahn unterwegs ist. Noch immer bilden Streckenverläufe aus dem 19. Jahrhundert das Rückgrat des Schienennetzes. Häufig geht es deshalb nur in mäßigem Tempo voran. Mit Ausnahme der Verbindung zum Kanaltunnel fahren die Züge auch auf den Hauptrouten nicht schneller als 200 Stundenkilometer.

Doch diesen Wert wollen die Briten nun verdoppeln - und machen ernst mit einem eigenen, bis zu 400 Stundenkilometer schnellen Hochgeschwindigkeitszug namens HS2. Bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts soll der erste Abschnitt zwischen London und Birmingham bereits fertig sein - samt einer ersten Erweiterung nach Norden, wie Schatzkanzler George Osborne gerade bestätigt hat.

Dann soll die Fahrt von London nach Glasgow nur noch zweieinhalb Stunden dauern. Derzeit benötigen Zugpassagiere für die Fahrt auf der 700-Kilometer-Strecke mindestens vier Stunden.

Das 60-Milliarden-Euro-Projekt ist in Großbritannien allerdings noch immer hoch umstritten. Die Trasse führt durch die ländlichen Hochburgen der regierenden Konservativen. Entlang der geplanten Strecke haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben gebildet.

Eine Sorge hat die Regierung den oft europakritischen Eisenbahnrebellen inzwischen allerdings genommen. Eine Direktverbindung von Schottland bis auf den Kontinent - an London vorbei - wird es nach jüngsten Planungen nicht geben.

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