Montag, 24. Februar 2020

Hersteller Bombardier räumt Software-Probleme ein Bahn nimmt neue Intercity-Züge wegen Mängeln nicht ab

Doppelstock-Intercity (Bild Archiv): Bei der zweiten Bauserie gibt es offenbar erhebliche Software-Probleme. Die Deutsche Bahn weigert sich daher, 25 IC-2-Züge vom Hersteller Bombardier abzunehmen.

Die Deutsche Bahn will 25 neue Intercity-Züge wegen technischer Mängel nicht vom Hersteller Bombardier Transportation abnehmen. Offensichtlich gibt es Probleme mit der Software des Zugbetriebssystems. Bombardier räumte am Dienstag ein, dass die Doppelstockzüge vom Typ IC2 "aktuell nicht mit der von der DB und von Bombardier selbst erwarteten Zuverlässigkeit im Betrieb sind". Bombardier bedauere die Unannehmlichkeiten, die der Bahn und ihren Fahrgästen entstanden seien, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Die Bahn hatte mitgeteilt, man setze "auf eine schnelle Behebung der Mängel durch den Hersteller" und prüfe darüber hinaus alle rechtlichen Mittel. Bombardier stellte fest, gemeinsam mit der Bahn an einem Maßnahmenpaket und an einem Aktionsplan zu arbeiten, "um die Zuverlässigkeit der IC2-Züge zeitnah deutlich zu verbessern". Die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstag) hatte zuvor über die Probleme berichtet.

Lokführer müssen angeblich Software eine Stunde vor Abfahrt neu starten

Die Bahn ergänzt ihre Intercity-Flotte seit Ende 2015 mit den neuen Doppelstockwagen. Von den technischen Mängeln betroffen ist die aktuelle zweite Bauserie des Zuges. Aus Bahn-Aufsichtsratskreisen hieß es laut SZ-Bericht, dass man bei Bombardier unmissverständlich eine schnelle Beseitigung der Mängel gefordert habe. Weiter zitiert die Zeitung interne Bahndokumente, die unter anderem beschreiben, dass das Betriebssystem des Zuges regelmäßig zusammenbricht. Lokführer müssten eine Stunde vor Abfahrt am Zug sein, um das System zu starten.


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Der "Spiegel" hatte bereits im Februar vergangenen Jahres über Mängel bei der zweiten Bauserie des Doppelstock-Intercitys berichtet. Die Bahn bezeichnete die Probleme damals als "nicht gravierend und bei der Einführung neuer Fahrzeuge alles andere als ungewöhnlich."

Die neuen IC2-Züge lösen jahrzehntealte IC-Waggons ab und bieten mehr Komfort und Sitzplätze. Sie kommen unter anderem zwischen Dresden und Köln sowie Singen und Stuttgart zum Einsatz. Langfristig will die Bahn mit den Zügen nahezu alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern an das Fernverkehrsnetz anschließen.

rei/dpa

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