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Von Alibaba bis Zalando: Die IPO-Kandidaten 2014

Foto: ? Sheng Li / Reuters/ REUTERS

Firmen drängen an die Börse Alibaba und die drei Brüder

Sollte Zalando 2014 an die Börse gehen, wäre das nicht das einzige spektakuläre IPO. Experten erwarten weltweit ein fulminantes Jahr für Debütanten am Aktienmarkt - mit der chinesischen Alibaba Holding als einem der größten Kaliber.

Hamburg - 2014 könnte international zum außergewöhnlichen Jahr für Börsengänge werden, das ist bereits erkennbar. Nicht weniger als 97 IPOs gab es im Januar weltweit (IPO = Initial Public Offering). Deren Volumen von zusammen 17,7 Milliarden Dollar markierte nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY den rasantesten Jahresstart seit zehn Jahren.

Und nach wie vor stehen rund um den Globus Dutzende Firmen in den Startlöchern. Vor allem in Asien wird nach Angaben von Martin Steinbach, IPO-Experte bei EY, gegenwärtig ein regelrechter Stau abgebaut. Die chinesische Regierung hatte dort zuletzt einen im vergangenen Jahr verhängten Stopp für Börsengänge wieder aufgehoben. Die Folge: Allein im Januar gaben in Asien 71 Unternehmen ihr Debüt am Aktienmarkt. Insgesamt steckten Anleger neun Milliarden Dollar in die Neulinge.

Laut Steinbach haben sich die Vorlieben der Investoren dabei in den vergangenen Monaten gewandelt. War 2013 das Jahr der soliden Value-Investments, mit vielen IPOs von Cash-Flow-Garanten beispielsweise aus der Immobilienbranche, so stehen inzwischen Wachstumsfirmen vornehmlich aus dem Tech-Bereich im Fokus. "Die Anleger sind gegenwärtig besonders an Börsengängen interessiert, die die Wachstumsphantasie anregen", sagt der Experte. "Gefragt sind große Player, die bereits einen starken Markennamen in ihren Branchen haben."

Ein Beispiel dafür ist der erfolgreiche Börsengang des sozialen Netzwerks Twitter Ende 2013. Und auch zwei der möglicherweise spektakulärsten IPOs der kommenden Monate passen gut ins Bild:

  • Der Online-Händler Zalando, in dessen Werbespots regelmäßig so markerschütternd geschrien wird, schreibt zwar nach wie vor rote Zahlen. Die Vorbereitungen für das IPO laufen jedoch, wie manager magazin online in dieser Woche berichtete, offenbar auf Hochtouren. Derzeit werden die Banken ausgewählt, die das Baby der Internet-Unternehmer-Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer an die Börse begleiten sollen. Insidern zufolge erfolgt der Start vielleicht schon im zweiten Quartal. Im Gespräch sei neben Frankfurt auch eine Notiz an der Wall Street, heißt es.
  • Einen der größten Börsengänge des Jahres wird vermutlich die Alibaba Holding hinlegen, die von einigen auch als das "Amazon Chinas" bezeichnet wird. Das Unternehmen betreibt verschiedene Online-Handelsplattformen im mehr als 600 Millionen Nutzer zählenden chinesischen Internet. Die Nachrichtenagentur Bloomberg bezifferte den aktuellen Unternehmenswert kürzlich auf etwa 153 Milliarden Dollar, womit sich Alibaba auf Augenhöhe mit dem Social-Network-Riesen Facebook  befindet. Andere Schätzungen halten sogar einen Unternehmenswert von mehr als 200 Milliarden Dollar für möglich.

Anders als in Asien und den USA ist die Stimmung für Börsengänge hierzulande allerdings offenbar nicht ganz so gut. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC etwa prognostiziert für 2014 in Deutschland lediglich acht bis 12 Premieren. Weil kaum große Fische dabei sein dürften, erwartet PwC an der hiesigen Börse ein IPO-Jahr, das bestenfalls durchschnittlich verläuft. "Aktivitäten wird es wie 2013 von Immobilienfirmen und zudem von Unternehmen aus dem Medizintech- und Biotech-Sektor geben", sagt PwC-Experte Christoph Gruss. "Vor allem junge Start-ups mit Kapitalbedarf für die Expansion dürften aufs Parkett drängen."

Weitere IPO-Aspiranten sind...

Namen nennen die Experten keine. In Börsenkreisen werden allerdings reihenweise Aspiranten gehandelt. Es kursieren beispielsweise die Namen der Immobilienfirmen Acrest und Vitus, des Pharmaunternehmens Aenova sowie des Tiefkühlnahrungsspezialisten Iglo. Offiziell angekündigt wurde in dieser Woche das IPO der Buwog, einer Tochter des österreichischen Immobilienkonzerns Immofinanz. Das Unternehmen erwirbt gerade 18.000 Wohnungen in Norddeutschland, um sich für Investoren attraktiv zu machen. Der Wert des Buwog-Immobilienbestandes von rund 3,5 Milliarden Euro lässt das Unternehmen als heißen Kandidaten für den MDax  erscheinen.

Ein anderer prominenter Anwärter wird den Sprung an die Börse dagegen wohl auch 2014 nicht schaffen. Seit langem verfolgen die Eigentümer der Reederei Hapag Lloyd, also die Stadt Hamburg, der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne sowie der Reisekonzern Tui  den Plan, das Unternehmen an den Kapitalmarkt zu bringen. Ende 2013 sagte Aufsichtsratschef Jürgen Weber jedoch in einem Interview, dass daraus im Jahr 2014 wohl nichts werden wird.

Offen ist indes noch das Schicksal der Formel 1. Ein Börsengang des Rennzirkus ist das erklärte Ziel ihres Masterminds Bernie Ecclestone sowie der Geldgeber um die britische Private-Equity-Gesellschaft CVC. Die Tatsache jedoch, dass sich Ecclestone demnächst der deutschen Justiz stellen muss, dürfte die Umsetzung der IPO-Pläne zunächst mal zumindest ins Stocken bringen.

Von Alibaba bis Zalando: Die Börsenkandidaten 2014