Milliardendeal geplatzt Boeing und Embraer streiten über abgeblasene Übernahme

Boeing-Montage in den USA: Der Airbus-Konkurrent will den brasilianischen Hersteller Embraer nun doch nicht übernehmen.

Boeing-Montage in den USA: Der Airbus-Konkurrent will den brasilianischen Hersteller Embraer nun doch nicht übernehmen.

Foto: Ted S. Warren / AP / dpa

Nach dem Aus für die mögliche Übernahme des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer durch den US-Konzern Boeing hat Embraer angekündigt, Schadenersatz zu fordern. Boeing wolle wegen hausgemachter Probleme aus der Kaufvereinbarung herauskommen und nutze angebliche Unstimmigkeiten als Vorwand, teilte Embraer mit. Die Firma sprach von einer unrechtmäßigen Beendigung der Kaufvereinbarung.

Zuvor hatte der US-Flugzeugbauer Boeing  mitgeteilt, den brasilianischen Rivalen Embraer doch nicht zu übernehmen. Der Kauf von vier Fünfteln des Verkehrsflugzeugsgeschäfts von Embraer für 4,2 Milliarden Dollar sei gescheitert, so Boeing am Samstag. Man habe sich in zweijährigen Verhandlungen letztlich nicht über die Bedingungen der Übernahme einigen können, erklärte der zuständige Boeing-Manager Marc Allen. Dies sei "zutiefst enttäuschend".

Die Wettbewerbsbehörden hatten den Deal nach und nach durchgewunken, mit Ausnahme der Europäischen Kommission, die ihn zuletzt noch geprüft hatte. Durch den Kauf hätte Boeing sich Embraers Palette an kleineren Flugzeugen einverleibt. Das hätte die US-Amerikaner im Wettbewerb mit dem europäischen Rivalen Airbus  gestärkt.

Boeing erwähnte die Corona-Krise in der Meldung nicht. Doch klar ist, dass die Krise dem Geschäft der Flugzeughersteller heftig zusetzt, mit ungewissen langfristigen Folgen. Dazu kommt für Boeing noch das große Problem mit der 737 Max. Das Modell ist seit zwei Flugzeugabstürzen weltweit mit Startverboten belegt, der Ruf des Konzerns hat schwer gelitten. Boeing hatte zuletzt mehrere Bestellungen von 737-Max-Maschinen verloren. Der US-Hersteller stellt am 29. April seine Quartalszahlen vor.

cr/dpa
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