Montag, 14. Oktober 2019

Klage eingereicht Piloten fordern von Boeing 100 Millionen Dollar für Verdienstausfall

"Friedhof" der Flugzeuge: Gleich 34 Maschinen vom Typ Boeing 737 Max hat die Southwest Airlines in Betrieb. Sie dürfen weiterhin nicht starten. Die Piloten der Fluglinie haben Boeing jetzt wegen Verdienstausfalls verklagt.

Dem US-Luftfahrtriesen Boeing droht wegen der nach zwei Abstürzen verhängten Startverbote für den Flugzeugtyp 737 Max weiterer rechtlicher Ärger. Die Pilotenvereinigung der US-Billigfluglinie Southwest Airlines (SWAPA) hat eine Klage wegen Verdienstausfalls in Höhe von 100 Millionen Dollar gegen Boeing eingereicht.

Der Flugzeugbauer habe die Fluggesellschaft und die Piloten über ihre 737 MAX-Flugzeuge "absichtlich getäuscht", erklärte der Sprecher der Gewerkschaft, Jon Weaks. Von dem weltweiten Startverbot der 737 Max sind mehr als 300.000 Flüge der Southwest Airline betroffen.

Boeing-Sprecher Chaz Bickers sagte: "Obwohl wir unsere lange Beziehung zu SWAPA schätzen, glauben wir, dass diese Klage wertlos ist und wir werden uns energisch dagegen wehren." Der Flugzeugbauer werde weiterhin mit Southwest und seinen Piloten daran arbeiten, die 737 Max wieder sicher in Betrieb zu nehmen.

Zahlreiche Klagen laufen gegen Boeing

Southwest ist der größte Betreiber der 737 Max und hat 34 dieser Flugzeuge in seiner Flotte. Seit zwei tödlichen Abstürzen, bei denen 346 Menschen in Äthiopien und Indonesien ums Leben kamen, müssen diese Flugzeuge des Airbus-Rivalen am Boden bleiben.

Unter dem Ausfall der Flugzeuge leiden auch die Airlines, die für vergleichsweise teures Geld Ersatzmaschinen leasen müssen. Boeing ist in Folge der beiden Flugzeugabstürze einer ganzen Reihe von Klagen ausgesetzt. Mit Hinterbliebenen soll Boeing jetzt erste Einigungen zur Entschädigung erreicht haben.

Mitte April hatten auch Aktionäre Klage gegen Boeing eingereicht. Sie werfen dem Konzern vor, Sicherheitsmängel vertuscht zu haben. Boeing habe "Rentabilität und Wachstum vor der Sicherheit des Flugzeugs und Ehrlichkeit" gestellt, hieß es. Die 737 Max sei im Konkurrenzkampf mit Airbus überhastet auf den Markt gebracht worden, was auch eine ganze Reihe Luftfahrtexperten so sehen.

rei/dpa/Reuters

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