Mittwoch, 13. November 2019

Erfolgreiches Jahr 2018 Boeing-CEO Muilenburg kassiert 30 Millionen Jahresgehalt

Großverdiener: Boeing-CEO Dennis Muilenburg

Das Jahr 2018 war ein ziemlich gutes für die US-Wirtschaft, und der Flugzeugbauer Boeing Börsen-Chart zeigen gehörte zu den Unternehmen, deren Geschäfte besonders gut liefen: Boeing steigerte seinen Jahresumsatz um 8 Prozent erstmals auf mehr als 100 Milliarden Dollar. Der Gewinn schoss auf mehr als zehn Milliarden Dollar um ein Viertel und damit sogar noch stärker in die Höhe, ebenfalls auf Rekordniveau.

Einer, der besonders davon profitierte, war Boeing-CEO Dennis Muilenburg. Das fixe Jahresgehalt des Konzernchefs beläuft sich auf vergleichsweise bescheidene 1,7 Millionen Dollar, so berichtet die "Washington Post". Hinzu kommen jedoch Bonuszahlungen - und die fielen im Erfolgsjahr 2018 offensichtlich überaus großzügig aus.

So strich der Boeing-Chef der Zeitung zufolge im vergangenen Jahr ein Gehalt von insgesamt 30 Millionen Dollar ein. Das waren sechs Millionen mehr als im Jahr zuvor, wie die "Post" mit Verweis auf Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC schreibt.

Sowohl mit der Steigerung als auch mit der absoluten Höhe seiner Entlohnung hebt sich Muilenburg offenbar deutlich vom Durchschnitt der US-Unternehmenslenker ab. Deren Jahresbezüge stiegen im Schnitt im vergangenen Jahr zwar ebenfalls. Wie aus einer Recherche des "Wall Street Journals" hervorgeht, fiel das Plus aber deutlich geringer aus.

So erreichte die durchschnittliche Bezahlung von 132 Unternehmenslenkern, die das "WSJ" unter die Lupe genommen hat, 2018 eine Höhe von 12,4 Millionen Dollar. Im Jahr zuvor hatte der Wert für die gleiche Gruppe von Managern noch bei 11,7 Millionen Dollar gelegen. Als Grund für die Gehaltssteigerungen nennt die Zeitung ebenfalls die 2018 gute Verfassung der US-Wirtschaft, mit vielen neuen Jobs und allgemeinen Lohnsteigerungen.

Boeing-CEO Muilenburg indes sieht sich gegenwärtig der größten Bewährungsprobe seiner mehr als drei Jahrzehnte währenden Karriere beim weltgrößten Flugzeugbauer gegenüber. Nach den Abstürzen zweier Maschinen des Typs 737 Max binnen weniger Monate, bei denen mehr als 300 Menschen ums Leben kamen, befindet sich der Konzern unter Hochdruck.


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Verschiedene Länder und Airlines haben den Flugzeugtyp im Laufe der vergangenen Woche aus dem Flugbetrieb verbannt. Boeing selbst bat ebenfalls darum, auf die Benutzung der 737 Max zu verzichten, solange die Unfallursachen nicht vollständig geklärt und technische Mängel gegebenenfalls aus der Welt geräumt sind. Zudem hat das Unternehmen, das weltweit mehr als 150.000 Mitarbeiter beschäftigt, die Auslieferung seines Bestsellers, für den es noch mehrere Tausend offene Bestellungen gibt, vorläufig gestoppt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Die Aktie des Unternehmens ist nach dem Absturz des zweiten Flugzeugs am vorvergangenen Wochenende ebenfalls erheblich ins Rutschen geraten. Binnen einer Woche verlor das Papier etwa 12 Prozent an Wert, wobei weit mehr als 20 Milliarden Dollar an Marktwert für das Unternehmen verloren gingen.

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